Eigentlich wollte der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth mit seinem Wasserpfennig, der in Wirklichkeit bis zu zehn Pfennig betragen kann, einen wegweisenden Beitrag zum Umweltschutz leisten. Doch bisher hat dem Wirtschaftsfreund Späth die neue Abgabe, aus deren Aufkommen letztlich die Bauern subventioniert werden, vor allem Feinde in der Wirtschaft geschaffen.

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF, mit zwei Werken auch im Ländle vertreten, hat kürzlich Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht; achtzehn badenwürttembergische Unternehmen haben ein Normenkontrollverfahren beim Mannheimer Verwaltungsgerichtshof in Gang gesetzt. Nun kündigt die mittelständische Getränkeindustrie zusätzlichen Widerstand an. Der Wasserpfennig, so das Argument, bedrohe nicht nur, grotesk genug, den Umweltschutz, sondern auch den Mittelstand, erklärte Carl J. Bachem, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Erfrischungsgetränke-Industrie.

Begründung: Der höhere Wasserpreis schade vor allem der von mittelständischen Unternehmen bevorzugten Mehrwegflasche, zu deren Reinigung viel Wasser gebraucht würde. Fazit des Verbandssprechers: „Die anhaltenden Bekenntnisse der Landesregierung zum Mittelstand und zum Mehrwegsystem geraten offensichtlich in den Verdacht, bloße Lippenbekenntnisse zu sein.“

Es ist sicher nicht der Superfisch, der dem Axel Springer Verlag da ins Netz gegangen ist, wohl aber einer, der gute Ernte verspricht. In aller Stille hat sich der Zeitungs- und Zeitschriften-Verlag, der derzeit vor allem wegen des Machtkampfes seiner Großaktionäre im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, am französischen Spezialverlag Edimer zu 49 Prozent beteiligt. Edimer-Objekte sind das Monatsblatt für Yacht- und Segelsportler L’année bäteau sowie der amerikanische Ableger Show Boats International. Von dem Einstieg in Frankreich, der der Springer-Tochtergesellschaft Top Special Verlag zugeschlagen wird, erhoffen die Verlagsmanager sich den weiteren Ausbau ihres eigenen Edel-Produktes Boot & Charter, das die gleichen Leser- und Anzeigenkunden bedient. Der Top Special Verlag bringt bisher sieben Titel mit einer Gesamtauflage zwischen 500 000 und 600 000 internationaler werdenden Mediengeschifts bei Springer kein hinreichendes Engagement im Ausland gebe.

Die Überfremdungsangst in der deutschen Industrie hat ein neues Opfer gefunden: Jetzt will auch die aus dem Flick-Konzern hervorgegangene Feldmühle Nobel AG Vorkehrung gegen ein mögliches Übernahmemanöver treffen. Anfang Mai soll der Feno-Aufsichtsrat der Hauptversammlung ei-Exemplaren pro Monat heraus.

Ob freilich der Springer-Vorstand mit dem Einstieg in Frankreich bereits seine Großaktionäre Franz und Frieder Burda zufriedenstellen kann, darf bezweifelt werden. Die Brüder, die gemeinsam mit dem Filmhändler Leo Kirch die Macht bei Springer übernehmen möchten, hatten vor allem kritisiert, daß es angesichts eines zunehmend ne Begrenzung des Stimmrechts eines einzelnen Aktionärs auf maximal fünf Prozent vorschlagen. Mit seiner Defensivmaßnahme möchte Vorstandssprecher Heribert Blaschke nicht nur aus der Anonymität agierende Übernahmeprofis abschrecken, sondern vermutlich auch zwei alte Bekannte: Gert-Rudolf und Friedrich Christian Flick, die 1975 abgefundenen Enkel des Firmengründers Friedrich Flick, betreiben, unter Nutzung der Minderheitsrechte von Aktionären bei Feldmühle Nobel, seit vergangenem Sommer eine gezielte Oppositionspolitik. Einem durch Aktienkäufe der Flick-Brüder oder etwaiger Bundesgenossen ermöglichten Einfluß wäre nach einem Stimmlimit endgültig ein Riegel vorgeschoben.

Zu einem merkwürdigen Eiertanz sahen sich in den vergangenenWochen Spitzenmanager von Daimler-Benz genötigt. Einerseits wollten sie den Insider-Regeln der Börse genüge tun und keine Details zur geplanten Übernahme weiterer Aktien der Daimler-Tochter AEG preisgeben; andererseits wollten sie aber zugleich Börsianer warnen, denen die Phantasie durchgegangen war und die allen Ernstes auf ein Umtauschangebot von fünf AEG-Aktien gegen zwei Daimler-Benz-Aktien hofften.