Als Reiseland ist Albanien heute noch fast eine Terra incognita in Europa. Der sozialistische Staat an der Ostküste der Adria, flächenmäßig kleiner als Baden-Württemberg, verfolgt seit Jahrzehnten eine strikte Neutralitätspolitik zwischen den Machtblöcken des Ostens und des Westens. Er duldet keine fremden Truppen auf seinem Territorium, und zu seinen Besonderheiten gehört, daß seine Bürger keine Steuern zahlen.

Im vergangenen Jahr hat die Bundesrepublik diplomatische Beziehungen zu Albanien aufgenommen und, wie es scheint, damit auch eine gewisse Neugier auf das „Land der Skipetaren“ stimuliert.

Individualreisen sind zwar nach wie vor nicht möglich, doch mit Kleinveranstaltern aus dem deutschsprachigen Raum können Touristen schon seit einigen Jahren Gruppenreisen unternehmen.

Das Buch

„Albanien – Reise-Handbuch und Landeskunde“; von Ralph-Raymond Braun; Unterwegs Verlag Manfred Kiemann, 7703 Rielasingen; 288 Seiten, 28,80 Mark,

hat sich zur Aufgabe gemacht, Interessierte mit Grundkenntnissen auszustatten über diesen geographischen Winzling mit einer bedeutenden kulturellen Vergangenheit. Die Informationen sind nüchtern übermittelt, und übersichtlich gegliedert. Der kunsthistorische Teil überwiegt, wohl deshalb, weil Sightseeing-Touren vor allem antike Ausgrabungsstätten, Kirchen und andere historische Bauwerke zum Ziel haben. Eine Vielzahl architektonischer Grundrißzeichnungen ist dem Text beigefügt.

Historie und Gegenwartsgeschichte werden in diesem Handbuch ausführlich behandelt. Als hilfreich vor Ort dürften sich die Stadtpläne einiger Orte erweisen. Vielen Kapiteln sind Berichte prominenter Reisender zugeordnet, unter ihnen Lord Byron und Egon Erwin Kisch.