ZEIT: Die Airbus Industrie soll effizienter organisiert werden, so wie es ein vierköpfiger Sachverständigenrat vorgeschlagen hat. Was passiert nun?

Vogels: Diese „Weisen“ haben vorgeschlagen, daß der Aufsichtsrat gestrafft wird; auf der anderen Seite plädieren sie für einen Vorstand, in dem Abgesandte der vier Partnerfirmen vertreten sind. In der Öffentlichkeit ist es nun aber zu der Fehldeutung gekommen, man habe eine europäische Aktiengesellschaft mit nationalen Töchtern im Auge. Dies ist unrichtig.

ZEIT: Wäre eine europäische AG, wie sie nach 1992 möglich wäre, nicht eine vernünftige Lösung, weil dann eine einheitliche Führung entscheidet?

Vogels: Ich würde das mit großer Zurückhaltung sehen, weil das dann eine lupenreine zivile Flugzeugbaugesellschaft wäre. Dies ist weder bei Boeing noch bei McDonnell Douglas der Fall. Wenn man nur zivile Flugzeugindustrie in einem Unternehmen zusammenpackt, dann ist die Frage, ob das dauerhaft ertragreich sein kann.

ZEIT: Die Sachverständigen finden die Airbus-Produktion zu teuer. Empfinden Sie das als Ohrfeige?

Vogels: Nein. Es ist ja nicht wahr. Die Fertigungskosten lassen sich ohne weiteres mit Boeing vergleichen. Das Problem ist der schwache Dollar.

ZEIT: Der Airbus-Präsident Jean Pierson selbst glaubt, daß es bis zu dreißig Prozent billiger gehen könnte.