Das Sterbegeld fällt weg. Medikamente: Die Kassen zahlen nur noch Festbeträge für medizinisch notwendige und preiswerte Arzneien. Im nächsten Jahr sollen für alle wirkstoffgleichen Medikamente – das ist ein Drittel des Pharmamarktes – solche Beträge festgesetzt werden. Die Rezeptgebühr für diese Mittel entfällt. Für die restlichen Arzneien wird später versucht, Festbeträge zu definieren. Bis das gelingt, soll für die betreffenden Arzneien die Rezeptgebühr von zwei auf drei Mark erhöht werden. Nach drei Jahren sollen Medikamente, für die kein Festbetrag gilt, nur gegen prozentuale Selbstbeteiligung der Patienten abgegeben werden.

Für Badekuren sinkt der tägliche Kassenzuschuß von 25 auf 15 Mark.

Auch für Heilmittel (Brillen, Massagen) sollen Festbeträge gelten. Wo solche Beträge nicht festgelegt werden können, sollen die Patienten pro Verordnung vier Mark zuzahlen.

Zahnersatz: Der Kassenzuschuß (bisher siebzig bis achtzig Prozent) wird auf fünfzig Prozent der gesamten Leistung gesenkt. Kassen und Ärzte sollen sich möglichst bald auf ein neues System gestaffelter Zuschüsse zwischen vierzig und sechzig Prozent einigen, wobei die geringeren Zuschüsse für luxuriösere Ausführungen gelten sollen. Höhere Zuschüsse können auch dann gezahlt werden, wenn der Patient sich nachweislich regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen unterzogen hat. Für Zahnersatz soll grundsätzlich Kostenerstattung gelten: Der Patient muß also die gesamten Behandlungskosten vorschießen.

Taxikosten für Fahrten zum Arzt werden nur noch in Härtefällen übernommen. Fahrtkosten zur stationären Behandlung im Krankenhaus übernimmt die Kasse nur, soweit sie zwanzig Mark übersteigen.

Bei allen Zuzahlungen der Patienten gibt es Härtefallregeln. Patienten mit geringen Einkommen (1232 Mark für Alleinstehende, Aufschläge von 462 Mark für Ehegatten und von 308 Mark für jedes Kind) sind von Zuzahlungen befreit. Niemand unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze (derzeit 4500 Mark) muß mehr als zwei Prozent seines monatlichen Bruttoeinkommens für Gesundheitsleistungen zahlen. Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze gelten vier Prozent als „Überforderungsbremse“. Für Zahnersatz gilt diese Überforderungsregel aber nicht.

Alle Leistungsanbieter müssen den Kassen zu Kontrollzwecken ihre Abrechnungsunterlagen maschinenlesbar übermitteln. Ärzte und Zahnärzte werden schärferen Wirtschaftlichkeitsstichproben unterworfen.