Allzu lange wird die Industrie den Verkauf es Kassettenrecorders, der wie eine CD-Platte die Töne digitalisiert speichert, nicht mehr verhindern können. Weil jedoch mit diesem längst zur Marktreife entwickelten Gerät die Musik nicht, wie bei den CD-Plattenspielern, mit wiedergegeben, sondern auch aufgenommen werden kann, steht den Unternehmen der Unterhaltungselektronik ein Problem ins Haus: Die auf Magnetband kopierte Musik von einer CD-Platte klingt so brillant wie das Original. Mithin droht dem Absatz der teuren Scheiben ein Rückgang.

Darum basteln viele Audio-Firmen an Verfahren, die das Kopieren der Platten unmöglich machen sollen. Den Ingenieuren des amerikanischen Schallplattenkonzern CBS Records ist dazu „Copy-code“ eingefallen. Für diese Methode wird sowohl das Aufnahmegerät des Plattenherstellers als auch jeder Kassettenrecorder mit je einer besonderen Zusatzschaltung ausgestattet. Bei der CD-Aufnahme filtert sie aus der Musik ein schmales Tonfrequenzband um 3840 Hertz heraus, und der Kassettenrecorder schaltet sich aus, wenn in einem aufzunehmenden Tonspektrum dieses Intervall für einige Zeit nicht erklingt. Die Erfinder waren überzeugt davon, daß niemand die fehlende Tonfrequenz vermissen würde.

Damit aber hatten sie die vom CD-Klang verwöhnten Musikliebhaber unterschätzt. Daß dieser zwischen dem hohen B und H liegende Ton nicht zu hören war, empfanden viele Testpersonen durchaus als störend. „Nie würde ich mir eine so scheußliche Platte kaufen“, erklärte einer der Probanden. Damit hatte er das Todesurteil über den Kopierschutz gesprochen. Findige Tüftler hätten ihn ohnehin im Kassettenrecorder mit einer kleinen Schaltung überbrücken können. -ow