DIE ZEIT

Zum Frühstück

Die Falken in Washington würden zum Frühstück am liebsten einen Dänen verspeisen, macht deren Land doch mehr mit abweichenden „Fußnoten“ in Nato-Kommuniqués als durch besonderen Verteidigungseifer von sich reden.

Föderal

Die Republik stürzt nicht ein, wenn sich eine schwarz-rote Bundesratsmehrheit an diesem Freitag hinter Ernst Albrecht zusammenschart: Die Hälfte der Sozialhilfemilliarden soll auf den Bund abgewälzt werden; ein höherer Umsatzsteueranteil soll ihn nur halbwegs dafür entschädigen.

Gefahr von rechts

Seit dem vergangenen Sonntag schämen sich viele Franzosen für ihr Land. Die Mehrheit der Bürger ist bestürzt über den Ausgang der Wahlen.

Vorbehalte?

Manche Diskussionen sind schon deshalb absurd, weil sie stattfinden. Bei keinem Bundespräsidenten seit Theodor Heuss waren sich die Bürger so einig wie bei Richard von Weizsäcker: Eine zweite Amtszeit wäre zum Besten des Landes.

Kohls neuer Mann auf der Hardthöhe: Vom Lehrstuhl auf den Schleudersitz

Viele Namen machten die Runde. Das ZDF machte es zur Preisfrage: Wer wird als Nachfolger von Manfred Wörner neuer Verteidigungsminister? Als schon im Januar auch der Berliner Senator für Justiz und Bundesangelegenheiten, Professor Rupert Scholz, ins Gespräch kam, weil er beim Berliner Presseball lange mit dem Kanzler geredet hatte, sprach Scholz noch von einer "törichten Spekulation", und aus dem Kanzleramt hieß es: "Völliger Quatsch.

Ben Witter: Angetippt

Zu fernsehgerechten Massenkundgebungen und Protestaktionen unter freiem Himmel gehören Redner mit bewegt erhobenen Stimmen, die zum Äußersten drängen.

Schlappen für die CSU: In Bayern wackeln die Denkmäler

Absolute Mehrheiten sind auch für die CDU rar geworden. Zwar ist Lothar Späth in Baden-Württemberg mit seiner absoluten Mehrheit, immerhin der Mandate, gerade noch einmal davongekommen – aber wo gibt es sie sonst noch? In Rheinland-Pfalz ist sie dahingeschmolzen, in Schleswig-Holstein wurde sie mit Uwe Barschel zu Grabe getragen.

Wolfgang Ebert: Guten Appetit

Oskar Lafontaine ist zwar neuerdings Ehrenmitglied der Küchenchefs, seine Forderung jedoch nach einer halbstündigen Essenszeitverkürzung bei vollem Dessertverzicht in Drei-Sterne-Lokalen ist nicht nach jedermanns Geschmack.

Absolut verfehlt

Robert Leicht hält die von ihm vorgeschlagene Amnestie für Sitzblockierer von Raketendepots für einen Beitrag zum inneren Frieden: Er zieht außerdem Parallelen zu Steuerdelikten und Parteispenden.

Fälliger Schritt

Es mag ungewöhnlich sein, daß sich zur Amnestie für Nachrüstungsgegner ein ehemaliger Richter äußert, der am verfassungsgerichtlichen Urteil über Sitzblockaden beteiligt war.

"Bayern ist keine feindliche Großmacht"

Mehr als 800 000 Bürger, Deutsche und Österreicher, haben im zweiten atomrechtlichen Genehmigungsverfahren Einwendungen gegen die atomare Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) in Wackersdorf erhoben.

Dienste unter Freunden

Ein interessantes Detail aus einem neuen, in Amerika erschienenen Buch (The Power Game: How Washington Really Works, Autor: Hedrick Smith) bezieht sich auf das Verhältnis von Ronald Reagan und Helmut Kohl.

Golfkrieg: Präsenz der Amerikaner verstärkt

Die Vereinigten Staaten sind im Begriff, ihre Präsenz zu verstärken: Sie wollen die Einsatzaufgaben der Navy erweitern und die Struktur der Seestreitkräfte den Aufgaben besser anpassen.

Nato: Verärgerung über Dänemark

Die Nukleare Planungsgruppe der Nato verlegte ihre Tagung aus dem dänischen Kolding nach Brüssel; Nato-Generalsekretär Lord Carrington verschob seine Abschiedsvisite in Kopenhagen; die britische Navy sagte einen für Anfang Mai geplanten Flottenbesuch ab.

Terror in Zone Sieben

Morgens um sechs ist in Oettingen die Welt noch in Ordnung. Kann sein, daß schon eine Stunde später die Hölle losbricht. Wenn das schmucke Städtchen im fränkischschwäbischen Grenzland erwacht, hoffen viele Oettinger, daß schwere Regenwolken tief über den Kirchtürmen hängen.

Abnorme Reaktionen?

Ich habe nicht gewußt, ob ich weinen oder lachen soll“, erinnert sich Doris Heinzmann aus Dentlin in Mittelfranken an ihren Prozeß vor dem Landgericht Ansbach.

Wie die Aasgeier

Der Tümlauer Koog ist ein äußerster Zipfel der Westküste, auf der Halbinsel Eiderstedt gelegen. Kurz vor Sankt Peter-Ording geht eine schmale Straße rechts ab, die nach ein paar Kilometern den alten Deich durchschneidet.

Abschiebung per Flugzeug: In Gewissensnot

Nur mit Unbehagen tritt der Purser Ralf W. seinen Dienst an, wenn wieder einmal ein „Deportee“ auf der Passagierliste seines Fluges verzeichnet ist – vor allem, wenn dieser dann gewaltsam und in Handschellen an Bord gebracht wird.

Gegen den Rest der Welt

Es gehört zu den vornehmsten Aufgaben einer Opposition, Gegenvorschläge zur Politik einer Regierung zu machen. Wie anders sollte sich eine parlamentarische Minderheit in den Augen der Wähler profilieren, wie sonst sollte sie sich als Alternative zur Regierung empfehlen können? Eine Partei, die diese Chance nicht ergreift, hat ihre Existenzberechtigung verloren.

Prämie ohne Sinn

Das Stillegen von Äckern ist kein Rezept gegen Getreideberge und Umweltschäden

Bonner Kulisse

Der ehemalige Wirtschaftsminister und Vorstands-Chef der Dresdner Bank, Hans Friderichs, plant sein politisches Comeback. Er möchte als Spitzenkandidat der FDP bei den Europawahlen im Juni 1989 ins Europäische Parlament einziehen.

Rainer Hupe:: Preis-Diplomatie gegen den Markt

In Wall Street, jenem Hollywood-Melodram über Geld und Gier in den Finanzkathedralen rings um New Yorks Weltbörse, spielt sich folgende Szene ab: Als der Aktienhändler Bud Fox und seine fast noch jugendlichen Kollegen mal wieder so richtig loslegen und davon träumen, ein großes Rad zu drehen und möglichst viele schnelle Dollar zu machen, da warnt sie ein alter Hase.

Private im Abseits

ARD-Sportreporter Heribert Faßbender mochte seinen Zuschauern die trüben Aussichten nicht verheimlichen. In seine Reportage am Mittwoch der vergangenen Woche aus dem Bremer Weserstadion vom Uefa-Cup-Halbfinale Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen flocht er die düstere Prophezeiung, daß so etwas wohl bald keiner mehr sehen könne.

Steuerreformen: Entlastung tendiert gegen Null

Vertraut man dem strahlenden Lächeln der sechzehn Zeitgenossen, dann glauben sie wirklich an den Titel der Broschüre, die sie zieren: „Unsere Steuerreform“, Was darunter präzise zu verstehen ist, bringt die Bundesregierung als Herausgeberin auf die griffige Formel: „Weniger Steuern.

Bank und Börse: Die täglich fällige Immobilie

Die Faustregel für die Attraktivität offener Immobilienfonds bewahrheitet sich immer wieder aufs neue: Das Interesse der Anleger steigt bei fallenden Zinsen, und es läßt nach bei steigenden Zinsen.

Markt-Report: Nun auch Zinssorgen

Obwohl sich das konjunkturelle Umfeld etwas aufzuhellen scheint und sich der Dollar stabilisiert hat, bot der deutsche Ak-; tienmarkt in den vergangenen Tagen ein trostloses Bild.

Geld: Fonds mit Verlusten

Wer nicht zur Spezies der risikofreudigen Spekulanten gehört, trotzdem aber einmal Wertpapiere kaufen will, der kann sich Anteile an einem Investmentfonds verbriefen lassen.

Reform tut not

ZEIT: Reform, nicht Abschaffung der Gemeinnützigkeit, das fordern Sie mit Blick auf die gemeinnützigen Wohnungsbauunternehmen, die jetzt allem Anschein nach ihre Steuerprivilegien behalten werden.

MANAGER UND MÄRKTE

Für Leo Kirch kam die „Fahnenflucht“ seiner bisherigen Springer-Poolpartner Franz und Frieder Burda nicht ganz aus heiterem Himmel.

Kein Hochzeitsjahr für Elefanten

Aus Paris, von einer Verwaltungsratssitzung des Glas-, Baustoff- und Verpackungskonzerns Saint-Gobain, kehrte Friedrich Wilhelm Christians sichtlich beeindruckt zurück.

Schmierige Geschäfte

Rathaus Schöneberg, Montag vor einer Woche. Es tagt der vom Berliner Abgeordnetenhaus eingesetzte Untersuchungsausschuß, der die "Hintergründe von öffentlichen Entscheidungen im Berliner Bau- und Grundstücksbereich" aufklären soll.

Wirtschaftsbuch: Aufstieg mit Handikaps

In Deutschland ist die Liste der erfolgreichen Unternehmerinnen schnell aufgezählt. Sie reicht von der Verlegerin Aenne Burda und den Modedamen Lilo Fink, Jil Sander und Margaretha Ley über die Brotfabrikantin Marlis Blohm-Harry bis zur Reederin Liselotte von Rantzau-Essberger und den Unternehmerinnen aus der Metallbranche, Viola Hallmann und Anne-Rose Iber-Schade.

Alternative Energie: Kein Platz für die Sonne

Mit einer Pressemitteilung des Bonner Forschungsministeriums – Datum 8. April 1988 – erteilte die Bundesregierung all jenen eine Absage, die darauf gehofft haben, die saubere Sonne werde künftig idealer Ersatz für "schmutzigen" Strom aus Atom und Kohle.

Zeitliches aus Peru: Don Felipe und der Weltmarkt

Don Felipe ist kein Kenner komplizierter weltwirtschaftlicher Zusammenhänge: Wenn der Campesino kurz vor Sonnenuntergang vom Feld heimkommt, freut er sich über die Suppe, die seine Frau Doraliza ihm und den acht Kindern gekocht hat.

Start nach sieben Jahren

Die Konkurrenz hat mit Häme nie gegeizt. Die fixe Idee eines alten Mannes, aus seiner privaten Schatulle ein Flugzeug zu entwickeln, das zugleich auf dem Lande wie auf dem Wasser starten und landen kann, haben die etablierten Flugzeugbauer nie sonderlich ernst genommen.

Die Gefahren des Erfolges

Natürlich läßt sich eine Kultur vorstellen,in welcher die Gene durch einwirksames Tabu vor jeglicher Manipulationgeschützt wären.

+ Weitere Artikel anzeigen