Immer weniger Passagiere machen. Den Trend weg von der Zigarette registrieren alle Fluggesellschaften. Viele reagieren darauf.

Europas größte Linie, British Airways, wird probeweise vom 6. Juni an auf den Strecken zwischen Berlin und Hannover sowie von London nach Wien und Göteborg keine Raucher mehr mitnehmen. Sollten die Nichtraucherflüge auf das Interesse der Kunden stoßen, will British Airways nach der einmonatigen Testphase den nikotinfreien Service beibehalten.

Auch im Heimatland selbst startet die britische Airline ähnliche Versuche. Seit dem 26. April herrscht vorübergehend auf allen zwölf Flugdiensten zwischen London und Glasgow ein generelles Rauchverbot.

Probeweise ebenfalls auf die Qualmer verzichten möchte British Airways auf interkontinentalen Strecken.Vom 7. November an werden die Flüge BA 177/BA 176 von London-Heathrow nach New York und zurück sowie der tägliche Flug von London-Gatwick nach Lös Angeles als reine „No-Smoking-Verbindungen“ verkauft.

Gegen die Pläne von British Airways ist der Hamburger Tabackonzern Reemtsma: Das Unternehmen will während des vierwöchigen Tests auf der Strecke Berlin-Hannover für seine Mitarbeiter keine BA-Flüge mehr buchen. „Viel Rauch um nichts“, kontert die Fluggesellschaft. Schließlich sei die genannte Strecke kurz.

Dem blauen Dunst den Kampf erklärt hat auch die österreichische Lauda Air. Die Fluggesellschaft des Ex-Rennfahrers schickt von Mai an ihre Boeing 767 fast ohne Raucher in den Himmel. Wer von der Zigarette nicht loskommt, aber trotzdem die neue Direktlinie von Wien nach Fernost in Anspruch nehmen will, wird an eine kleine Rauchbar verbannt. In den Kabinen ist der Tabakgenuß tabu.

Waren im letzten Jahr bei der Deutschen Lufthansa noch 40 Prozent aller Sitze für Raucher reserviert, so sind es jetzt nur noch 30. Die Lufthansa denkt deshalb verstärkt über innerdeutsche Nichtraucherflüge zu bestimmten festen Zeiten nach.