Die Bundesbahn hat ihre Angebotspalette erweitert: Mit übertragbaren Monatskarten, Teilzeitkarten und Regionalsparkarten soll im defizitären Nahverkehr um neue Bahnkunden geworben werden.

Die Regionalsparkarte ist vor allem für Urlauber interessant, die ihren Ferienort und seine Umgebung einmal ohne Auto erkunden wollen. Die Netzkarte, die auf den Schienen und auf allen Bahnbuslinien in einem Durchmesser von höchstens 100 Kilometern zehn Tage lang gilt, gibt es vorerst in 14 Ferienregionen. Darunter sind große Teile des Schwarzwaldes, der Eifel und des nordhessischen Berglandes. Die Bundesbahn plant, bei Erfolg der Karte das Angebot auf rund 100 Gebiete zu erweitern. Die Regionalsparkarte gibt es nur für die 2. Wagenklasse und mit einer Beschränkung, die Urlauber allerdings kaum stören wird: Montags bis freitags darf erst ab neun Uhr gefahren werden. An Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen kann man ohne zeitliche Beschränkung durch die Lande fahren. Zwei Personen zahlen für die Regionalsparkarte 59 Mark, eine fünfköpfige Familie nur 79 Mark, für Alleinreisende sind 39 Mark fällig. Auf die übertragbare Monatskarte hat manche Familie sicher schon lange gewartet. In anderen Ländern und im öffentlichen Personennahverkehr konnten mit diesem Angebot teilweise erstaunliche Erfolge erzielt werden. Bei der Bundesbahn kostet die übertragbare Monatskarte zehn Mark mehr als die normale, im Stammkundenabonnement sogar nur acht Mark mehr. Am Wochenende und an Feiertagen können Besitzer der übertragbaren Monatskarte auf Entfernungen bis zu 50 Kilometern vier weitere Personen zum halben Preis und Kinder bis zwölf Jahre kostenlos mitnehmen.

Die Teilzeitkarten dürfen innerhalb von 30 Tagen zu zehn beliebigen Terminen benutzt werden. Die einzelnen Tage kann der Benutzer selbst in die Karte eintragen. Im Entfernungsbereich von 48 bis 50 Kilometern zum Beispiel kostet die neue Teilzeitkarte 175 Mark für die 2. Klasse, das sind 75 Mark weniger als eine normale Monatskarte für die gleiche Strecke. Das Ticket ist nicht übertragbar.

Alle drei Angebote der Bundesbahn gelten zunächst für ein Jahr und sollen ein Test sein, ob auch im Nahverkehr durch Sparangebote neue Kunden gewonnen werden können. -ate