Sechs Kleinparteien umkreisen die Wählerschaft der CDU

Von Ulrich Stock

Schleswig-Holstein

Der Tümlauer Koog ist ein äußerster Zipfel der Westküste, auf der Halbinsel Eiderstedt gelegen. Kurz vor Sankt Peter-Ording geht eine schmale Straße rechts ab, die nach ein paar Kilometern den alten Deich durchschneidet. Was dahinter liegt, ist Neuland. 1935 erst wurde es dem Meer abgerungen und – wie die Zeiten so waren – nach Hermann Göring benannt. Der Generalfeldmarschall spendierte der neuerrichteten Gastwirtschaft einen Saal zum Dank. Noch heute haftet dem Raum mit seinen schweren, dunklen Deckenbohlen und den Leuchtern aus stilisierten Pferdeköpfen etwas Völkisches an.

150 Menschen wohnen um den Krug herum. Wenn das Meer außer Rand und Band gerät, werden sie evakuiert, und die Deichstraße wird hinter ihnen dichtgemacht.

Nein, der Tümlauer Koog ist alles andere als ein zentraler Ort, und der Saal der Gastwirtschaft ist nicht eben ein Raum, der für Demokraten wie geschaffen wäre. Und doch eröffnet ausgerechnet hier die "Unabhängige Wählergemeinschaft Schleswig-Holstein" ihren Wahlkampf.

Aus der letzten Wahl ging die UWSH beschädigt hervor. Da war das geheime Treffen ihres Vorsitzenden Reinhardt Guldager mit Uwe Barschel in der Dachkammer eines Hamburger Hotels; da war Pfeiffer, der am Tag danach schon begann, den UWSH-Vorstand zu entzweien. Die Geschichte endete mit spektakulären Parteiaustritten und 1,3 Prozent.