Die Falken in Washington würden zum Frühstück am liebsten einen Dänen verspeisen, macht deren Land doch mehr mit abweichenden „Fußnoten“ in Nato-Kommuniqués als durch besonderen Verteidigungseifer von sich reden. Marlin Fitzwater, der Sprecher des Weißen Hauses, entschuldigte sich trotzdem schleunigst für seine flapsige Bemerkung: „Danish means breakfast to me.“ Mit seinen Anspielungen auf ein beliebtes Backwerk habe er Dänemark nicht beleidigen wollen.

Die Verteidigungsausgaben der Dänen, zwei Prozent vom Bruttosozialprodukt, werden nur noch vom Großherzogtum Luxemburg unterboten. Mit dem jüngsten Parlamentsbeschluß war für Amerikaner und Briten das Maß voll: Künftig sollen alle einlaufenden Kriegsschiffe formell darauf hingewiesen werden, daß Dänemark in Friedenszeiten keine Atomwaffen auf seinem Territorium duldet.

Dabei hat das Folketing nur bekräftigt, was seit dreißig Jahren in der dänischen Verfassung steht. Doch die Amerikaner fürchten, das dänische Beispiel könne bei Norwegern, Spaniern und Griechen – bei den unzuverlässigen Europäern überhaupt – Schule machen. Deshalb liegen die Dänen den Falken in Washington schon morgens schwer im Magen. M. N.