DIE ZEIT

Lange Reise

Jeder kennt das Problem: Vor einer längeren Reise werden die Koffer sorgfältig gepackt, und trotzdem stellt sich am Urlaubsort heraus, daß dieses oder jenes fehlt.

Alle für die Wiederwahl

Von der Öffentlichkeit war sie es längst. Unter mangelnder Zustimmung aus der Bevölkerung hat der „Ersatzkönig der Deutschen“ nie gelitten.

Kein Tag mehr ohne Verbrechen

Nein, ein Ruhmesblatt für Staat und Gesellschaft der Bundesrepublik ist die Kriminalitätsstatistik 1987 nicht, die der Öffentlichkeit soeben vorgelegt wurde.

Gewissensgeld

Die Nachricht schockiert: Der im Januar gestorbene Werner Nachmann, 22 Jahre lang Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat offenbar 33 Millionen Mark an Wiedergutmachungsgeldern veruntreut.

Moral oder Mitleid?

Ängstliches Wittern der Risiken und dezente Zurückhaltung gegenüber Empfindsamkeiten anderer gehörten nie zum Stil des Grafen Lambsdorff.

Keine Angst vorm Abrüsten?

Alle reden von Abrüstung. Gorbatschow scheint’s möglich zu machen. Ein neues sicherheitspolitisches Zeitalter scheint angebrochen zu sein.

Ein perfekter Schlußakt

Nüchterne Beobachter halten sich stets an den, Ratschlag, die besten Schauspieler ja nicht nur auf der Bühne zu suchen. Selten jedoch wurde Nietzsches boshaftes Diktum eindringlicher bestätigt als durch die Rücktrittsankündigung Klaus von Dohnanyis.

Nachruf: Der Gentleman-Spion

Kim Philbys Tod hat die Briten aufgewühlt, als lägen Verrat und Flucht des Gentleman-Spions im Dienste des KGB nicht schon Jahrzehnte zurück.

Weltbühne: Wider die Gleichschaltung

Drei Meldungen, ein Thema. In Eriwan haben wieder Hunderttausende für den Anschluß der im benachbarten Aserbeidschan gelegenen Region Nagornij Karabach an Armenien demonstriert; wiederum protestierten sie gegen die von Moslems an ihren Brüdern verübten Greuel.

Bonner Bühne: Fragen über Fragen

Sehr geistreich war es von vornherein nicht, aber Volker Rühe muß seine Formulierung so gut gefallen haben, daß er sie jetzt wiederholte: Man müsse "mit dem Kopf und nicht mit dem Flugzeug" Außenpolitik machen.

Nachlese: Chaos nach dem Chaos

Tatsächlich ist die politische Situation in Kopenhagen nach den Parlamentswahlen – den zweiten innerhalb von nur acht Monaten – so verfahren wie zuvor.

In der Unterwelt von Beirut

Am 2. Mai 1985 landet der französische Journalist Jean-Paul Kauffmann in Beirut. Er will rund drei Wochen im Land bleiben, um für das bekannte Wochenmagazin L’Evénement du Jeudi eine Reportage über den libanesischen Bürgerkrieg zu schreiben.

Der Bundesumweltminister hat den Müllnotstand ausgerufen: Bund, Länder und Gemeinden drohen im Dreck zu ersticken. Auch der Landkreis Rosenheim versucht mit allen Mitteln, den Entsorgungsinfarkt abzuwenden – zu Lasten einer kleinen Gemeinde: Soyen oder nicht Soyen?

Wenn in einem oberbayerischen Dorf, in dem SPD-Wähler und Studenten unter Kommunismus-Verdacht fallen, ein CSU-Bürgermeister von Einheimischen "Verräter" geschimpft wird, dann muß was ganz Besonderes passiert sein.

Viererbande

Eben noch die ideale Frauenministerin der SPD, und schon ist sie angeblich doch besser für den Bundesrat in Bonn: Marianne Tidick ist das Frauenamt in Kiel überraschend abgenommen worden.

Reform gelungen – Post tot

Damit hatte niemand mehr gerechnet. Nach langen Querelen verabschiedete das Bonner Kabinett vor wenigen Tagen nun doch die Postreform.

Showdown in Bonn

Endlich mal wieder eine gute Nachricht für Gerhard Stoltenberg – sollte man meinen. Der Bundesfinanzminister wird nämlich in diesem Jahr 320 Millionen Mark mehr Steuern einnehmen, als er bisher zu hoffen wagte.

Bonner Kulisse

Der CSU-Abgeordnete Michael Glos hat Schwierigkeiten, als Bayer anerkannt zu werden. Aus unersichtlichen Gründen wird er immer wieder der CDU zugerechnet.

Bernhard Blohm:: Im Banne der Handelsbilanz

Am Dienstag dieser Woche war es wieder einmal soweit. In den Devisenabteilungen der Banken und Großunternehmen diskutierten am Morgen die Händler mit heißen Köpfen, wie denn das Defizit in der amerikanischen Handelsbilanz für den Monat März ausfallen werde.

Ein unerwünschtes Kompliment

Rowntrees Schauraum in York ist ein riesiger Süßwarenladen. Hier liegen die bunten Smarties, Lieblingsbonbons der Kinder, Black Magic, die Pralinen, oder Polo, "das Pfefferminz mit dem Loch", und Dutzende andere Produkte aus Kakao, Zucker und Geschmacksstoffen.

Strukturpolitik: Kathedrale der Zukunft

Schon Mitte des 13. Jahrhunderts wußten die Kölner zwei durchaus unterschiedliche Dinge miteinander zu verbinden: Damals begannen sie mit dem Bau der größten Kathedrale des Abendlandes – nicht nur, um Gott zu huldigen, sondern auch, um den eigenen Geldbeutel zu füllen.

„Hier beginnt die Nordsee“

Die Angelrute zuckte. Endlich ein Biß. Doch der Petrijünger am Ufer der Werra, unweit der DDR-Grenze bei Eschwege, freute sich zu früh über den Fang.

Umweltschutz: Das stille Ende eines Skandals

Nun endlich kann Hans Braatz wieder befreit lachen. "Gut" fühlt er sich, "gut". Er hat allen Grund dazu: Heute morgen um neun Uhr hat er wieder seinen Platz auf der Anklagebank in Saal 504 des Kriminalgerichts in Berlin-Moabit eingenommen, jetzt, es ist Dienstagmittag um halb eins, verläßt er das Gericht mit einem satten Freispruch.

Zeit und Geld: Höhere Zinsen vom Finanzminister

Die Zinssteigerungen am Kapitalmarkt zwingen auch den Bund, die Konditionen für seine Daueremissionen heraufzusetzen. Zweijährige Finanzierungsschätze bringen jetzt eine Rendite von vier Prozent im Jahr.

Markt-Report: Weiter Wechselbäder

Die kräftige Kurserholung am deutschen Aktienmarkt zur Wochenwende kam gerade noch zur rechten Zeit. Denn nach den vorangegangenen Kursrückgängen begann das Gerede über einen weiteren Börsencrash wieder aufzuleben.

Wettlauf mit der Zeit

ZEIT: Herr Verheugen, die IG Metall verlangt von deutschen Firmen, daß sie die schwarzen Arbeiter in Südafrika besser behandeln als bisher.

MANAGER UND MÄRKTE

Zu der von der Bundesregierung gewünschten Kapitalbeteiligung des Daimler-Benz-Konzerns an Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) wird es in diesem Jahr nicht mehr kommen – wenn überhaupt.

Coup der Amerikaner

Selten ist ein Manöver so falsch beurteilt worden. Vor einigen Wochen freute sich der Mailänder Chemiekonzern Montedison noch darüber, daß die amerikanische Dow Chemical Company zwei Prozent ihres Kapitals übernommen hatte.

Namen sind Glückssache

Nomen est omen – ein Name ist ein Wahrzeichen. Gilt die alte lateinische Weisheit auch für Firmennamen? Bei einem Notar erschienen einmal die Geschäftsführer einer künftigen Finanzgesellschaft, die das Unternehmen auf den Namen „Ikarus“ taufen wollten.

Schweiz: In den Brunnen gefallen

In den Bilanzen des Basler Chemie-Multis Sandoz hat sich nichts geändert – sieht man einmal von immer glanzvolleren Ergebnissen ab.

Banken: Locker und leger

Ist Eberhard Martini der neue Typ des Managers? Die Süddeutsche Zeitung griff jedenfalls zu einer für einen Bankchef ziemlich ungewöhnlichen Charakterisierung: „Er vermittelt das Gefühl, als könne man mit ihm Pferde stehlen“, schrieb das Blatt geradezu entzückt über den 53jährigen, der am 11.

Rudolf Engen: Na denn tschüs, Herr Direktor!

Immer wenn in der Europäischen Management und Marketing-Agentur (EMMA) etwas wirklich Wichtiges passiert, wenn ein Kollege das Rauchen aufgibt oder wenn eine Kollegin ein Kind bekommt, erfährt Direktionsassistent Dr.

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