Feuilleton

Schallplatten

Die beiden sind längst lebende Legenden der Soul Music: Eddie Kendrick, der mit dem sinnlich betören

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DIE ZEIT

Da capo

Einen „Glücksumstand“ nennt Hans-Dietrich Genscher die Tatsache, daß sich mit Graf Lambsdorff und Frau Adam-Schwaetzer „zwei erstklassige Kandidaten“ um den FDP-Vorsitz bewerben.

Nicht nur Mörder

Das Publikum hat die jüngste Initiative der Regierung Kohl kaum wahrgenommen: Per Kabinettsbeschluß brachte der liberale Justizminister Hans Engelhard im Zusammenwirken mit seinem christlich-sozialen Kollegen Friedrich Zimmermann vom Innenressort ein Gesetz auf den Weg, mit dem erstmals böswillige Demonstranten und mörderische Terroristen unter einen Hut kommen sollen.

Erst kein Gulasch, dann kein Marx?

"János Kádár war der Mann des Augenblicks, Genauer: Immer des gerade vergangenen Augenblicks ... Sein Auftritt auf der historischen Bühne kam etwas verzögert, der Zauber seiner Person war ziemlich verpufft.

Bis zuletzt nichts gelernt

Wie doch unterschiedlich getönte Brillen die gleiche Landschaft ganz verschieden einfärben können! Da wird, kurz bevor sich in Kiel endlich die überfällige Wachablösung vollzieht, von der alten Mannschaft noch rasch einer der ihren, der Sozialministerin Gräfin Brockdorff, eine satte Pfründe zugeschanzt – ein Wirtschafterinnenposten auf Schloß Salzau, der mit 72 000 Mark Jahresgehalt dotiert ist, zusätzlich zu 90 000 Mark Ministerpension.

Lektion

Aus Afghanistan ziehen die Sowjets ab, in Südostasien möchten sie ihr Engagement verringern, in Nicaragua haben sie es bereits getan.

Zeitspiegel

Zwei chilenische carabineros, ein Unteroffizier und ein Schütze, sind in der vergangenen Woche von Unbekannten in der Hauptstadt Santiago überfallen und ermordet worden.

Kirche in der DDR: „Ein bißchen Prügel“

Er setzt sich zwischen die Stühle, als sei dies für einen berlin-brandenburgischen Bischof der einzige angemessene Platz. Tatsächlich nimmt Gottfried Forck die Schelte aus Ost und West als natürlich hin: „Christ sein weist sich auch dadurch aus, daß man ein bißchen Prügel bekommt“, sagt er.

125 Jahre SPD: Glückwünsche für die Großfamilie

Um 12.46 Uhr: Totale. Noch einmal schwenkt die Fernsehkamera über den Berliner Reichstag. Soeben haben die Sozialdemokraten darin mit beinahe tausend Ehrengästen – die Flugtickets bitte selbst zu zahlen! – ihren 125.

Weltbühne: Sein oder Schein?

Die schwerste Bürde der Politiker wird oft geflissentlich übersehen. Nur nach allgemeinem Vorurteil stöhnen sie am meisten über Reden und Regieren, Reisen und Ranküne.

Bonner Bühne: Blick zurück im Stolz

Wird das ein Feiern. Schwarzrotgold weht es flott durch die „O“ der Zahl „40“ auf jenem Signet, das allen Veranstaltungen zum Jubiläum der Bundesrepublik im nächsten Jahr gemeinsam sein soll, und optimistisch aufwärts, von links unten nach rechts oben, weist auch der Text, der auf ihren Geburtstag aufmerksam macht.

Nachruf: Artiger Abschiedssalut

Ein Gegner, nicht ein Feind sei er gewesen – so bezeugte ein italienischer Kommunist der alten Garde, Carlo Pajetta, einem alten Faschisten, Giorgio Almirante, die letzte Ehre.

Nachlese: Bruderkampf in Beirut

Am Wochenbeginn tobten heftige Kämpfe in den südlichen Vororten von Beirut. Die prosyrischen Amal-Milizen verteidigten die letzten ihnen verbliebenen Positionen gegen die Fundamentalisten von Hisbollah.

Ursachen statt Symptome behandeln

Nennen wir ihn Wolfgang Hansen. Er wurde 1941 in München geboren und kam mit drei Monaten wegen einer angeborenen ausgerenkten Hüfte (Luxation) mit einem Beckengips in die Klinik.

Ab in den Reißwolf

Der Aktenberg wächst unaufhörlich. Weitere Gebirge aufzutürmen, setzt andere einzuebnen voraus. Eine scheinbar zwingende Logik.

Rosa Listen: Schnüffelei

Gebhard T. mag Männer. Auf die Toilette des Kölner Hauptbahnhofs drängte ihn aber ein anderes Bedürfnis. Dennoch holte ihn die Kölner Bahnpolizei vom öffentlichen Abort.

Alltag im Gericht: Wachmann schoß auf Wachmann

Das Papiertaschentuch in seiner Faust ist ganz zerknautscht und als Waffe schwer vorstellbar. Doch der schmächtig wirkende Angeklagte versucht, der Amtsrichterin zu demonstrieren, was geschehen ist: „Ich muß die Pistole krampfhaft festgehalten haben.

Endstation Emsland: Die Molke rollt

Seit 15 Monaten steht der Zug mit 150 Waggons unbeweglich auf seinem Gleis, auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen im Emsland, vor Blicken verborgen und mit Stacheldrahtzäunen gesichert.

Bilder beschlagnahmt: Gruß aus Moskau?

Die Dame in dem grauen BMW wurde von den beiden Herren im knallroten Ford Granada schon erwartet. Sie kamen alle drei zur „Vollstreckung einer Amtshandlung“, besprachen sich auf der Straße, aber eher in der Art von Geheimagenten, die einen Überraschungsschlag im feindlichen Gelände planten.

Herrenloses Geld

Zeit seines Lebens führte Werner Nachmann, über zwei Jahrzehnte lang Repräsentant der jüdischen Gemeinden in der Bundesrepublik, Klage darüber, daß niemand den Arbeitsaufwand entgelte, den ihm seine Ehrenfunktion abverlangte; seine Firmen litten fürchterlich darunter.

Kartellnovelle: Rührige Lobby

Am Herzen hat ihm die Kartellgesetznovelle nie gelegen. Allzulange hat Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann denn auch auf die Überprüfung der Frage verwandt, ob es überhaupt erforderlich ist, das Wettbewerbsgesetz zu verschärfen.

Roger de Weck:: Zwei Testfälle für Mitterrand

Die triumphale Wiederwahl François Mitterrands und der sich abzeichnende Sieg der Sozialisten bei den Neuwahlen zur Nationalversammlung sind nicht dazu angetan, die französischen Unternehmer und die meist eher konservativen Anleger zu begeistern.

Bonner Kulisse

Eigentlich sollte Ende Mai die Öffentlichkeit erfahren, ob eine Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) nötig ist oder nicht.

Jaumann-Nachfolger: Scharfe Töne

In Bayern Wirtschaftsminister zu sein, das ist ungefähr so einfach, wie sich als erster Geiger in einem philharmonischen Orchester öffentlich profilieren zu wollen, wenn der Dirigent Karajan heißt oder Bernstein.

Gefangene im Schuldenturm

Die beiden wirken richtig zufrieden in ihrer Frankfurter Drei-Zimmer-Wohnung. Ernst und Ulla Bukar* sitzen auf der Couch im Wohnzimmer.

Arbeitslose: Trick mit Zahlen

Voller Optimismus übernahm die christlichliberale Koalition 1982 die Regierungsverantwortung. Damals hoffte sie noch, die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik bald unter die Zwei-Millionen-Grenze drücken zu können.

Chemieindustrie: Der unheimliche Boom

Hermann Josef Strenger gefällt sich als Optimist. Seiner Werksmannschaft gab der Bayer-Chef auch dann noch Chancen auf den Gewinn des Uefa-Pokals, als die Leverkusener Kicker-Truppe vom Hinspiel in Barcelona 0:3 geschlagen zurückkehrte – und behielt recht.

Bank und Börse: Die Perspektive macht’s

Ist es zu gewagt, in diesen unsicheren Börsenzeiten eine Aktie vorzustellen? Niemand weiß mit Sicherheit, in welche Richtung sich die Kurse in den nächsten Wochen und Monaten oder gar Jahren bewegen werden.

Spekulation um Feldmühle

Die internationalen Aktienmärkte werden zunehmend von Zinsängsten beherrscht. Darunter leiden auch die deutschen Papiere, die zu einem Eigenleben offensichtlich nicht mehr fähig sind.

Zeit und Geld: Deutsche Börsen bei Tafeln führend

Zwar sorgen derzeit weder Kurse noch Umsätze an den deutschen Provinzbörsen für eine freundliche Stimmung unter den Börsianern, und das leidige Hickhack um die Harmonisierung der elektronischen Rechnersysteme an den acht deutschen Wertpapierbörsen wird von Eingeweihten gar als Trauerspiel bezeichnet.

MANAGER UND MÄRKTE

Das gab es seit über einem Jahrzehnt bei der Deutschen Lufthansa nicht mehr: Als Anerkennung für gute Leistungen spendierte der Lufthansa-Vorstand unter seinem Vorsitzenden Heinz Ruhnau den Mitarbeitern der mehrheitlich im Bundesbesitz befindlichen Fluggesellschaft eine Gewinnbeteiligung.

Gleitender Übergang

ZEIT: Herr Scharrenbroich, Sie treten für eine Verlängerung des Vorruhestandsgesetzes ein, das Ende dieses Jahres nach dem Willen der Regierungskoalition auslaufen soll.

Der Motor stottert

In der Bundesrepublik wächst der Dienstleistungssektor nicht so schnell wie erhofft

Pro: Legitime Selbstverteidigung

Das alles sind gewiß wichtige Fragen, auf die man nicht leichtfertig eine Antwort geben darf. Aber ganz sicher sind das auch Fragen, die nur mittelbar, erst in zweiter Linie, mit dem Problem zu tun haben.

Mit Johannes R. Becher, Georg Lukács und Karl August Wittfogel leitete er in Berlin die Linkskurve (Zeitschrift des Bundes der Proletarisch-Revolutionären Schriftsteller BPRS), und mit Picasso schuf er die Ausstellung "Twentieth Century German Art" in London; er war mit Hemingway und mit Malraux im spanischen Bürgerkrieg und gründete mit (seinem Schwager) Arthur Koestler in Paris das "Institut zum Studium des Faschismus"; mit Thomas Mann sprach er über Joyce und mit William Faulkner über Kafka; Max Beckmann besuchte ihn im Schweizer Exil, und mit Hans Richter oder Kasimir Malewitsch korrespondierte er; Sätze wie "Wir hatten Simone de Beauvoir in der Rue de la Bûcherie besucht, als wir aus Ossip Zadkines Atelier kamen" sind keine namen-zählende Angeberei, sondern Teil eines bewegten Lebens: des Lebens von Oto Bihalji-Merin (Oto Biha), Schriftsteller, Journalist, Kunsthistoriker, Kommunist Er lebt, 84 Jahre alt, in Belgrad.: Ein glückliches Leben in der Hölle

Mit Johannes R. Becher, Georg Lukács und Karl August Wittfogel leitete er in Berlin die Linkskurve (Zeitschrift des Bundes der Proletarisch-Revolutionären Schriftsteller BPRS), und mit Picasso schuf er die Ausstellung "Twentieth Century German Art" in London; er war mit Hemingway und mit Malraux im spanischen Bürgerkrieg und gründete mit (seinem Schwager) Arthur Koestler in Paris das "Institut zum Studium des Faschismus"; mit Thomas Mann sprach er über Joyce und mit William Faulkner über Kafka; Max Beckmann besuchte ihn im Schweizer Exil, und mit Hans Richter oder Kasimir Malewitsch korrespondierte er; Sätze wie "Wir hatten Simone de Beauvoir in der Rue de la Bûcherie besucht, als wir aus Ossip Zadkines Atelier kamen" sind keine namen-zählende Angeberei, sondern Teil eines bewegten Lebens: des Lebens von Oto Bihalji-Merin (Oto Biha), Schriftsteller, Journalist, Kunsthistoriker, Kommunist Er lebt, 84 Jahre alt, in Belgrad.

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