DIE ZEIT

Regenwald: Der Dschungel brennt

© Universal Images Group/Getty Images

Jede Minute werden zehn Hektar Tropenwald vernichtet. Eine Umweltkatastrophe ungeahnten Ausmaßes kündigt sich an.

Nach vielen Wendungen die Wende?

Der meßbare Ertrag des Moskauer Gipfels hält sich in Grenzen. Gleichwohl, so paradox es klingt, mag die vierte Begegnung Ronald Reagans mit Michail Gorbatschow Geschichte machen.

Ernst nehmen

Es ist lange her, seit ein indischer Regierungschef an den Rhein gekommen ist. Indira Gandhis Besuch liegt 17 Jahre zurück. Deutlicher ließ sich eigentlich kaum demonstrieren, daß das Interesse füreinander ziemlich gering ist.

Verdruß statt Vorfreude

Unsere Steuerreform – Rückenwind für unser Land“ heißt eine von der Bundesregierung im März herausgegebene Broschüre. Sie sollte die Leistungen der Bonner Koalition endlich angemessen herausstellen.

Ans Schienbein getreten

Fußball ist unser Leben, denn König Fußball regiert die Welt. Daß es so ist, wie in dem vielfach geträllerten Fußballerliedchen behauptet, möchte man glatt für möglich halten angesichts der anhaltenden öffentlichen Aufregung, die in diesen Tagen dem Thema "Fußball im Fernsehen" gilt.

Von oben

Daß die geistliche Vitalität des westdeutschen Katholizismus zu wünschen übrigläßt, darüber ist seit den siebziger Jahren oft geklagt worden.

Reagan wollte Glocken hören

Gegen Übertreibungen ist niemand gefeit, der den Atem der Geschichte zu verspüren meint. Deshalb darf der amerikanische Fernsehreporter auf Nachsicht hoffen, der Ronalds Reagans Ankunft in Moskau mit dem Betreten des Mondes durch Neil Armstrong verglich.

Reise ins Reich des Wandels

Die Lichtflut aus dem seidenblauen Himmel eines Jahrhundertfrühlings in Moskau ließ den alten Revisor der nachstalinistischen Außenpolitik die Augen zusammenkneifen.

Wolfgang Ebert: Alles Theater

Das Bonner Staatstheater rüstet sich zur nächsten Saison. Weil die Posse „Jeder gegen jeden – Gott mit uns allen“ (Regie: Intendant Kohl persönlich) beim Publikum immer weniger Anklang findet, sind einige Umbesetzungen im Ensemble im Gespräch, das wie üblich hinter den Kulissen geführt wird.

Politische Bildung: Krieg gegen Grüne

Zersetzen, zersetzen, zersetzen" – unter diesem Titel hat die Bundeszentrale für Politische Bildung erst kürzlich ein Pamphlet verbreitet; angesehene Schriftsteller wurden darin als Wegbereiter von Anarchie und Gewalt denunziert.

Streit um Vergewaltigungsparagraphen: Grüne gegen Grüne

In ihrer berüchtigten Fähigkeit, sich selbst ein Bein zu stellen, lassen lich die Grünen von niemandem übertreffen. Keine sechs Monate nach der bisher gefährlichsten Spaltungsdrohung und keinen Monat vor einem ,,Strategie-Kongreß", der Wege zur Überwindung des Fudi-Realo-Gegensatzes öffnen soll, haben grüne Funktionäre eine neue Front eröffnet.

BONNER BÜHNE: Knick im Blick

Das fällt natürlich gleich ins Auge, wie verschieden stark die Farbskala ist. Rund hundert Seiten auf rosa Papier zählt in der hektographierten Form des Verfassungsschutzberichts das Kapitel über die „linksextremistischen Bestrebungen“, aber nur 40 gelbe Seiten handeln von denen der Rechtsausleger.

WELTBÜHNE: Invasion von der Insel

Intellektuelle und Frauen tun sich meistens schwer damit. Aber Margaret Thatcher wird sich nächste Woche für wenig anderes mehr interessieren als für Fußball.

NACHLESE: Roßkur für Jugoslawien

Die kritische Jugendzeitschrift Mladina brachte es an den Tag: Mitte März hatte die jugoslawische Armeeführung einen Militärputsch geplant, um liberale Kräfte in der Teilrepu blik Slowenien zu entmachten: Sie drängte dem slowenischen Innenminister Toma Ertl „brüderliche Hilfe“ gegen „konterrevolutionäre Umtriebe“ auf.

KURZPORTRÄT: Wichtig, aber nicht geliebt

Bundesinnenminister Zimmermann hat sich durchgesetzt: Neuer Datenschutzbeauftragter des Bundes wird Alfred Einwag, 60 Jahre, parteiloser Jurist und Ministerialdirigent im Hause Zimmermann.

Entwicklung, Bedingungen und Grenzen Ungarns: Wunder dauern etwas länger

Ungarn ist für die meisten Bundesbürger kein unbekanntes Land. Der antistalinistische Aufstand im Oktober 1956 und die politisch engagierten „Andersdenkenden“ sorgen bis heute, da Janos Kádár nach 32 Jahren als Regierungschef abgelöst wurde, immer wieder für persönliche Anteilnahme.

Einschnitt aus Einsicht

Zum fünfzigsten Firmenjubiläum an diesem Sonntag verteilt das Volkswagenwerk noch mal Gratisaktien und Gratifikationen an seine Mitarbeiter, doch dann ist die Zeit der großzügigen Gaben vorbei.

Schmutzige Tricks

Seltsame Praktiken zweier Düsseldorfer Rechtsanwälte im Skandal um die Anlagefirma EFC

Bonner Kulisse

Was ein pensionierter Finanzbeamter, um sich zu beschäftigen? Er setzt sich hin, rechnet die Arbeit der Kollegen aus dem Finanzministerium nach – und entdeckt Fehler.

Steuerreform: Verwirrend

Zu vermuten war das seit langem: Durch die Steuerreform der Bonner Koalition blickt niemand mehr durch. Da gibt Bundesfinanzminister Gerhard Stoltenberg im Deutschlandfunk ein Interview und erzählt, wie denn die geplante Erhöhung der Verbrauchsteuern in die Tat umgesetzt werden könnte.

Daimler/MBB: Leichtsinnig

Das ist herrlich: Unternehmer sein und den Staat das Risiko tragen lassen. Wenn es nach dem Willen, von Martin Bangemann (FDP) geht, Noch-Wirtschaftsminister in Bonn, wird das keine Utopie bleiben.

Vereinigte Staaten: Tausend Seiten Druck

Senator Jesse Helms hatte gerade im amerikanischen Senat das Wort ergriffen, um gegen das Abkommen zwischen den beiden Supermächten über die Abrüstung atomarer Mittelstreckenwaffen zu wettern, als ihn der demokratische Mehrheitsführer Robert Byrd unterbrach.

Bericht mit Trauerschleife

Ein Geschäftsbericht mit Trauerflor – das ist ungewöhnlich für die Selbstdarstellung eines Unternehmens und schon gar für die einer Bank.

Großbritannien: Einladung zum Ausverkauf

In seltener Einigkeit stoßen britische Industrie und sozialistische Opposition ins gleiche Horn. "Jetzt ist die Jagdzeit auf britische Unternehmen eröffnet", klagt John Banham, Generaldirektor des Industrieverbandes CBI.

Zeit und Geld: Anleihen für Risikobewußte

Für Anleger ist der Zins weiterhin recht niedrig. Das Bundesfinanzministerium erhöhte zwar Anfang der Woche den Nominalzins für die fünfjährige Bundesobligation von 5,25 auf 5,50 Prozent, woraus sich bei einem Ausgabekurs von 99,80 Prozent eine Rendite von 5,55 Prozent errechnet.

Markt-Report: Wende bei Siemens

Hinter den Kulissen hatten sich die Banken seit einiger Zeit bemüht, das schlechte Image der Siemens-Aktien wieder etwas aufzupolieren.

Bank und Börse: Schatten auf einem Hoffnungswert

Heiner Fels sprach für alle Vorstandskollegen, als er den versammelten Aktionären und Bankenvertretern gestand: „Wir haben mit besonderer Spannung dieser Hauptversammlung entgegengesehen, die die erste Hauptversammlung unserer Gesellschaft als börsennotierte Aktiengesellschaft ist.

Zwickmühle

ZEIT: Die Richter des Bundesverwaltungsgerichtes in Berlin haben den Autoversicherern die rote Karte gezeigt. Vor allem Sie, Herr Meyer, waren gespannt auf den Ausgang des Prozesses.

MANAGER UND MÄRKTE

Die Krauss-Maffei AG bietet ein Indiz dafür, daß auch ein traditionelles Rüstungsunternehmen durchaus wirkungsvoll auf zivile Produkte umschalten kann – wenn Rüstungsaufträge ausbleiben.

Wie auf einem anderen Stern

Die schwedischen Statistiker hatten Gutes zu berichten: Die Arbeitslosenquote war im April auf 1,6 Prozent gesunken, Tendenz weiterhin fallend; gerade 70 000 Schweden suchten noch einen Arbeitsplatz.

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