Hier kriegen schöne Wörter keine Flügel, hier werden weder Schönklingeleien, noch sentimentale Stimmungen erzeugt. In diesen Gedichten geht es nicht um Mond, Romantik und Kunstgewerbe. Hier geht es um die Schrecken der Wirklichkeit, um Tränen, um Trauer – nicht um ästhetisch arrangierte Wörter, die „Poesie“ erzeugen sollen.

In einer editorischen Notiz hat Alfred Andersch seine Gedichte einmal „Übungen in schwach rhythmisierter Prosa“ genannt.

Auch diese Gedichte hier sind eher „Übung“. Sie haben nicht Perfektion und Glanz großer Dichtung. Aber sie berühren durch die Aufrichtigkeit der Sehnsucht, die Kraft großer Hoffnung.

Das Mädchen war sechzehn, als es diese Verse schrieb:

„Ich brauche einen Nachbarn, nur eine Träne weit weg

soll er wohnen

er soll mir öffnen, wenn ich klopfe spät in der Nacht. Ich brauche einen, der mich liebt