Vierundzwanzig Jahre lang haben die Amerikaner daran gearbeitet, ein künstliches Herz zu entwickeln; jetzt wurde das Forschungsprojekt eingestellt. Es hat 240 Millionen Dollar gekostet, fast eine halbe Milliarde Mark, und es hat nichts gebracht. Fünf Menschen, denen das Gerät seit 1982 eingesetzt wurde, verlängerte es das Leben um ein Geringes – aber es bescherte ihnen nur ein elendes Ende.

Die Verstiegenheit der Forschung ist selten deutlicher geworden als bei dem Unternehmen Kunstherz. Ursprünglich sollten ein paar Gramm Plutonium die Betriebsenergie liefern – die Patienten hätten Bleihemden tragen müssen, um ihre Umwelt nicht zu verstrahlen. Später wurde diese Schnapsidee fallengelassen, die Kranken wurden an rumpelnde Pumpen angeschlossen, die ihnen erst den Gleichmut, dann den Mut raubten. Drei Lehren drängen sich auf. Erstens: Alle Humanklempnerei, die nur wenigen wenig nützt, aber der Allgemeinheit ungeheure Kosten aufbürdet, widerspricht der Vernunft. Zweitens: Forschungsprojekte dürfen nicht tumb in alle Ewigkeit fortgeschrieben werden – man muß sie kappen können. Drittens: Vorbeugen ist besser als jede überkandidelte Heilmethode. Freilich, wie die New York Times anmerkte: "Sagen Sie das mal einer Regierung, die lieber Lungentransplantate entwickeln läßt, als den Leuten beizubringen, daß sie das Rauchen sein lassen." Th. S.