Zu den Orten nationalsozialistischen Terrors und zu den Stätten des Widerstandes gegen das Hitler-Regime führen sogenannte „Antifaschistische Stadtrundfahrten“.

Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit, oft auch ignoriert von der lokalen Politik und Verwaltung, werden „Antifaschistische Stadtrundfahrten“ vor allem von der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) organisiert. In Köln, Düsseldorf, Dortmund, Duisburg, Bonn, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Nürnberg können Schulklassen und Jugendgruppen, Einzelpersonen und Touristengruppen Busfahrten und Rundgänge mit den örtlichen WN-BdA-Gruppen vereinbaren. Weitere Informationen, auch über Fahrten in anderen Städten, erteilt das WN-BdA-Präsidium unter der Nummer 069/72 76 49.

Besonders umfangreich ist eine solche Stadtrundfahrt in München. Sie führt nicht nur zu den ehemaligen NS- und Widerstandsstätten, sie veranschaulicht auch die Entwicklung Münchens von der „Roten Republik 1919“ über die „Stadt des Hitler-Putsches von 1923“ bis in die Zeit des Dritten Reiches.

Stationen der Rundfahrt sind unter anderem: der Hauptbahnhof, die Gedenkstätte für den ermordeten Pater Rupert Mayer, die ehemalige Synagoge und das alte Gewerkschaftshaus. Auskunft: WN-BdA, München, Tel. 089/53 17 86.

Auf die Initiative eines Geschichtsstudenten geht die „Alternative Stadtrundfahrt“ in Kiel zurück, die unter anderem zur Gedenkstätte für das Arbeits- und Erziehungslager Nordmark, zu Gräbern von Zwangsarbeitern, der Ehrenhalle für Gefallene des Zweiten Weltkrieges und Widerstandskämpfer, zum ehemaligen Gestapo-Hauptquartier und zum jüdischen Friedhof führt. Termine nach telephonischer Vereinbarung: Detlev Korte, Tel. 0431/72 84 14.

Ebenfalls von Studenten organisiert werden der „Stadtrundgang zu den Stätten des Nationalsozialismus in Münster“ (Auskunft: Marcus Weidner, Tel. 0251/86 47 81) und die in diesem Frühjahr erstmals durchgeführte „Antifaschistische Stadtrundfahrt“ in Berlin (Informationen: Juso-Hochschulgruppe, Telefon 030/83 85 219).

In Saarbrücken bietet die Volkshochschule eine „Alternative Stadtrundfahrt“ an. Besucht werden unter anderem das KZ Neue-Bremm, das Grab von Willi Graf, Mitglied der „Weißen Rose“, das Erschießungsgelände in der Polizeikaserne und eine Gestapo-Zelle im Saarbrücker Schloß. Termine für Schulklassen, Jugendgruppen und Vereine nach Vereinbarung beim Jugendreferentenbüro der Volkshochschule, Tel. 0681/50 64 85.