DIE ZEIT

Gipfelglück

Die schönen Tage in Hannover sind nun zu Ende. Schon lange nicht mehr haben die Staats- und Regierungschefs der EG sich in ihrer europäischen Haut so zufrieden gefühlt wie auf diesem Gipfel.

Achtung

Revolutionär ist das nicht, aber es verdient Beachtung: Im wirtschaftspolitischen Leitantrag, den die Sozialdemokraten für ihren nächsten Parteitag formulierten, findet sich das Reizthema wieder, das Sozialdemokraten und Gewerkschaften seit Monaten bewegt – die Arbeitszeitverkürzung ohne vollen Lohnausgleich.

Lahm im Patt

Selten war eine Bonner Regierung so morsch, selten war sie so stabil wie das Regiment des Helmut Kohl. Doch daß die konservativ-liberale Koalition derzeit nicht fallen kann, verhindert keineswegs, daß ihr Verfall unaufhaltsam fortschreitet.

Schauflug in den Tod

Die Trümmer rauchten noch, da kursierten auch schon böse Spekulationen über den Absturz des nagelneuen Airbus A 320 nahe dem elsässischen Sportflugplatz Mülhausen-Habsheim.

Kür und Pflicht auf dünnem Eis

In der vorigen Woche wurde zwischen dem östlichen RGW und der westlichen EG eine gemeinsame Erklärung unterschrieben, die die gegenseitige Anerkennung besiegelt, wogegen Moskau sich 30 Jahre lang gesträubt hatte.

Bonner Tagebuch: "Ein bißchen Lust am Untergang"

Telephonisch beschwichtigt Stallwächter Schäuble den Kanzler, der das Lob sämtlicher Gipfelteilnehmer in Toronto genießt, die Sache mit der Steuerreform im Parlament, die werde schon klappen.

Ben Witter: Angetippt

Die Hauptschule verließ er mit der Gesamtnote ausreichend, seine Lehrerin wollte ihm die Zukunft nicht verbauen, und Peter S.

Wolfgang Ebert: Der Ball ist rund

Kaum war beim EM-Endspiel der Schlußpfiff ertönt, da klatschte Uwe Lederle, mein Gewährsmann für Politsportpsychologie, dem Holländer Gullit auf dem Bildschirm spontan zu: „Die Niederländer mußten einfach siegen.

SPD und die Frauen: Prüfstein

Ist es ein Zufall, daß die Sozialdemokraten soeben gleich mehrfach mit der ehernen Tradition brachen, fast immer nur Männer in die Spitzenämter ihrer Partei zu wählen? Mit klaren Mehrheiten schafften es: in Hamburg die Linke Traute Müller, 38jährige Pädagogin; in Hessen-Süd Heidemarie Wieczorek-Zeul, 45 Jahre, Berufspolitikerin, „feministische Sozialistin“; bei den Jungsozialisten – sie wählten „schon“ zum zweiten Mal eine Frau – die 23jährige Studentin Susi Möbbeck, „Marxistin und Feministin“.

WELTBÜHNE: Die im Dunkeln

Während der Kalte Krieg dramatisch abflaut, geht die Konkurrenz zwischen Ost und West weiter. Zumal, die Geheimdienste scheinen taub zu sein für die Klänge der Friedensschalmeien.

Papst in Österreich: Herzen entzünden

Ohne Premierenjubel und nennenswerte. Proteste, aber begleitet von organisierter Festlichkeit, die das Verdrießliche verdeckte, hat der Papst seinen zweiten Österreich-Besuch in vier Tagen als pastorale Pflichtübung hinter sich gebracht.

Kirchentag in der DDR: Ein-und Mitmischen

Christen der DDR haben ihre Feste gefeiert. Am Sonntag ging in Halle der letzte der vier Juni-Kirchentage zu Ende. Marxisten verweigerten sich diesmal der Diskussion mit Christen.

BONNER BÜHNE: Nasenringe für die Wähler

Unsere Steuerreform. Eine Reform, wie sie im Buche steht. Rückenwind für unser Land“ – so hat noch bis zum Wochenanfang ein Riesenplakat am Pavillon des Regierungspresseamts für Bonn-Besucher verkündet.

Einbürgerung: Demütigend

Vom Ende des Prager Frühlings wurde Jan Koblasa in Italien überrascht. Das war 1968; der Bildhauer kehrte nicht in seine Heimat zurück.

600jähriges Jubiläum: Fest und Gegenfest

Für Karl-Heinrich Hansmeyer, Hochschullehrer zu Köln, ist es eine klare Sache: „Der Asta in seiner jetzigen Zusammensetzung ist gegen unseren Staat und damit auch gegen unsere Universität.

Anti-Fast-Food: Bürger gegen Burger

Auf den ersten Blick scheint es, als habe die Schnellimbiß-Kette McDonald’s mit der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) so viel gemeinsam wie ein Cheeseburger mit der frohen Botschaft.

Harmonie hat ihren Preis

Ein Gipfel der Harmonie zum Ende der deutschen Präsidentschaft – so wollte es Kanzler Kohl, so geschah es auch in Hannover. Alle Teilnehmer bestätigten, daß der einheitliche Binnenmarkt im vergangenen halben Jahr ein entscheidendes Stück nähergerückt ist.

Absturz eines Überfliegers

Aus dem Lautsprecher kam nur noch ein entsetztes „Oh non, oh non, oh non ...“, als auf dem Bildschirm eine schwarze Rauchwolke über dem Wäldchen am Rande des Sportflugplatzes Habsheim bei Mühlhausen sichtbar wurde.

Pilot am Draht

Hoffentlich weiß der Mann im Cockpit, was er tut: Eher beiläufig hat Flugkapitän Chris Krähe angekündigt, er werde den Verkehrs-Jet jetzt hier, 4000 Meter über den schneebedeckten Pyrenäen, zum Absturz bringen.

Stahlmarkt: Ohne Jubel

Die Europäische Kommission hatte leichtes Spiel. Volle Auftragsbücher, steigende Preise und auf vollen Touren laufende Walzstraßen sprechen schließlich nicht dafür, die Gängelei des europäischen Stahlmarkts fortzusetzen.

Gunhild Freese:: Schlußverkauf bei Blüm

Norbert Blüm, wie so oft mit Eigenlob den Taten ein gutes Stück voraus, feierte seinen „Gesetzentwurf zur Einführung eines Dienstleistungsabends“, der in der vergangenen Woche das Bundeskabinett passierte, schon als „Gewinn für alle“.

Bonner Kulisse

Finanzminister Gerhard Stoltenberg ist mächtig stolz darauf: Die Ausgaben des Bundes stiegen im Schnitt der vergangenen fünf Jahre um weniger als zwei Prozent.

Albrecht-Plan: Ein Ausweg

Bonn sollte die Hälfte der Sozialhilfe-Ausgaben der Gemeinden übernehmen – das sah Ernst Albrechts Plan vor, mit dem er die strukturschwachen Länder nachhaltig aufpäppeln wollte.

Krupp-Konzern: Beitz in Nöten

Die Bilanz für 1987 haben Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung des Krupp-Konzernes gebilligt, dem Vorstand erteilten sie jedoch bisher keine Entlastung.

Die Jahrhundert-Blamage

Am Anfang war das große Wort. Am 22. Oktober 1985 kündigte Gerhard Stoltenberg in der Bild-Zeitung an: "Wir wollen in der nächsten Legislaturperiode an eine Super-Steuerreform rangehen.

Das Kreuz mit der Technik

„Weiter so wie bisher“, lautet das Motto der großen Mehrheit, das denn auch in den meisten Industrienationen des Westens und Ostens bestimmend für den Regierungskurs geworden ist.

Bank Und Börse: Die nervösen Frösche

Schon der englische Ökonom John Maynard Keynes, der selbst ein erfolgreicher Börsenspekulant war, erkannte es: „Die minimalen täglichen Schwankungen der Gewinnaussichten von Unternehmen haben im allgemeinen einen übertriebenen oder gar absurd großen Einfluß auf das Börsengeschehen.

Zeit und Geld: Mit Dax aus der Provinzialität

Auf die vor allem im Ausland oft zu hörende spöttische Bemerkung, in Deutschland gebe es mehr Aktienindizes als Aktien, haben die deutschen Wertpapierbörsen reagiert – sie kreierten einen neuen Aktienindex.

Kursgewinne kassiert

Nach einer Schätzung der Dresdner Bank werden die Unternehmensgewinne in diesem Jahr um durchschnittlich fünf bis zehn Prozent steigen.

ZEITRAFFER

Die DDR hat während der ersten fünf Monate dieses Jahres im innerdeutschen Handel einen Überschuß von 131 Millionen Mark erwirtschaftet.

Eine gute Entscheidung

ZEIT: Herr Klein, von Hamburg nach Hannover soll Ende der neunziger Jahre die erste fünfhundert Stundenkilometer schnelle Magnetbahn Transrapid fahren.

Vollbeschäftigung kostet Geld

Seit Beginn der Krisenperiode vor nunmehr fast fünfzehn Jahren haben alle Regierungen immer wieder versprochen, die Vollbeschäftigung durch stärkeres Wirtschaftswachstum wiederzugewinnen.

Italien: Zurück zu den Anfängen

Die Geschäftsbank des Vatikans wird reformiert. Künftig wird das "Institut für Religiöse Werke" (IOR) so an den Heiligen Stuhl gebunden, daß von einer Autonomie dieser international tätigen Geschäftsbank kaum noch die Rede sein kann.

Giscards Erinnerungen: Begegnungen mit Politikern

Valéry Giscard d’Estaing wäre mit Sicherheit ein exzellenter Journalist geworden, in der bei französischen Lesern hoch angesehenen Kategorie des grand reporter hätte er mühelos Karriere gemacht.

Mercedes Amen

Kürzlich gerieten in München BMW und Audi aneinander. Nicht beim Ampelstart, nicht beim täglichen Nahkampf um den Parkplatz.

Wie sich die ARD-Filmredaktion ihr neues Kinomagazin vorstellt: Klatsch mit Soße

Kennen Sie jemanden, der "filminteressiert" ist, sich "vieles schnell erarbeiten" und gegebenenfalls auch "locker mit Filmmenschen parlieren" kann? Einen "Sympathieträger", der "den Betrachter auf freundlich-humorvolle Art ernst nimmt" und außerdem einer Generation angehört, "die sie/ihn für jung und alt akzeptabel sein läßt"? Falls ja, sollten Sie nicht zögern, die betreffende Person bei der ARD-Filmredaktion in Frankfurt namhaft zu machen.

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