Daß Spermien beim Wettlauf zum Ei nichts als egoistische Konkurrenten seien, galt bisher als ausgemacht. Denn die Belohnung für das schnellste Spermium ist hoch: es allein befruchtet die Eizelle. Zumindest bei Ratten gibt es jedoch auch „altruistische“ Spermien, wie zwei Forscher der Universität Manchester herausfanden. Schon lange wundern sich Biologen darüber, daß Säugetiere viele scheinbar deformierte Spermien produzieren.

Bis zur Hälfte der Samenzellen eines Ejakulats ist bizarr verformt und hat keine Chance, das Rennen zum Ei gewinnen. Robin Baker und Mark Bellis wollten nicht glauben, daß diese Deformationen krankhafte Zufälle seien und zeigten schließlich, daß diese Zellen – wenigstens der Ratte – eine Aufgabe haben. Während die-normal geformten, rennfähigen Spermien im Eileiter ihren Wettlauf austragen, finden sich die „mißgebildeten“ hinter ihnen zu einem Klumpen zusammen und sterben. Der dabei entstandene Pfropf verstopft den Eingang zum Eileiter und verhindert so, daß später dort Samenzellen eines zweiten Rattenmännchens eindringen können. FM