Die Kreditkarten-Kriminalität in der Bundesrepublik hat zugenommen. Kartenbesitzern wird daher zu verstärkter Vorsicht geraten.

Die Kreditkarten-Unternehmen hüllen sich in Schweigen, wenn sie nach den Methoden der Betrüger und nach der Häufigkeit der kriminellen Delikte gefragt werden. Ihr Argument lautet, daß sie durch Preisgabe der Tricks möglicherweise Nachahmer auf den Plan rufen würden. Denn die haben bereits eine Reihe von Tricks entwickelt, obwohl bisher erst 1,5 Millionen Bundesbürger über zwei Millionen Plastikkarten verfügen. Gemessen an Amerika ist das ein sehr geringer Prozentsatz.

Die Tips, die Kreditkarten-Unternehmen geben, können hilfreich sein und vor Verlusten schützen.

Zu Schaden kommen kann der Karteninhaber, wenn er die Plastickarte verliert oder wenn sie ihm gestohlen wird. In beiden Fällen sollte er das Kreditinstitut unter Angabe der Kartennummer schnellstens informieren. Bei Diebstahl haftet der Karteninhaber mit einem Betrag bis zu hundert Mark, wenn die Karte inzwischen von Fremden benutzt wird. Schwieriger wird es, wenn der Kreditausweis nach einem Diebstahl nachgemacht wird, ganz gleich, ob dabei echte oder imaginäre Daten verwendet werden. Denn er muß dann nachweisen, daß sich ein Fremder auf seine Kosten bereichert hat.

Vorsehen kann sich, wer das Abrollen des Kaufbelegs überwacht, damit nicht mehrere Exemplare angefertigt werden. Falls der Kauf rückgängig gemacht wird oder sich einer der Beteiligten verschrieben hat, ist darauf zu achten, daß das falsche Dokument vernichtet wird. Da auch das Kohlepapier zur Unterschriftenfälschung benutzt werden kann, sollte es im Anschluß zerrissen werden.

Im Ausland ist darauf zu achten, daß der in Landeswährung zu zahlende Betrag eingetragen wird und nicht versehentlich Dollar, da sonst ein überhöhter Betrag vom Konto abgezogen wird. Karteninhaber sollten zudem ein Auge darauf haben, daß sie die eigene und nicht eine fremde Karte zurückerhalten, sobald sie damit gezahlt haben.

Besondere Vorsicht ist in den USA geboten, wo die Plastikkarte auch für Telephongespräche oder telephonishe Warenbestellungen benutzt werden kann. Man vergewissere sich, daß bei Nennung der Kartennummer niemand mithören kann. Dem Lauscher wäre es sonst ein leichtes, mit dieser Nummer ebenfalls telephonische Bestellungen aufzugeben.