Das Ende eines Chromosoms besteht offenbar aus vielen Wiederholungen einer Sequenz von sechs Nucleotiden (Baussteinen der DNA). Chromosomen sind jene Bestandteile im Zellkern, in denen die ellenlangen Erbmoleküle bei allen Lebewesen – mit Außnahme der Bakterien und Blaualgen – kompakt aufgeknäult sind. Wie die Zeitschrift Sciene (Bd.240/88 S.982) berichtet, wurden solche Sequenzen von amerikanischen Forschern in 250- bis 1000fachen Wiederholungen an den Chromosomen-Enden von tierischen Einzellern, Pflanzen, Reptilien, Vögeln, Säugetieren und beim Menschen gefunden. Dabei scheinen die Sequenzen den bislang bekannten Aufbau der DNA auf den Kopf zu stellen. Denn nach Watson und Crick paaren sich immer nur die Nukleotid-Bestandteile Guanin mit Adenin und Thymin mit Cytosin, während an den Chromosomen-Enden erstmals auch Guanin-Guanuin-Bindungen beobachtet wurden. Die Wisssenschaftler hoffen, dank dieser Befunde mehr über Bau und Funktion der Chromosomen herauszufinden sowie das Geheimnis ihrer Entstehung im Lauf der Evolution zu lüften. HE