Der Neptunmond Nereide wurde wahrscheinlich durch einen nahe vorbeifliegenden Himmelskörper in seine exzentrische Umlaufbahen befördert und ist kein „eingefangener“ Asteroid (kleiner Planet), wie häufig vermutet. Nereide umkreist Neptun in 360 Tagen auf einer stark elliptischen Bahn, kommt dem Planeten dabei bis auf 1,4 Millionen Kilometer nahe und entfernt sich maximal 9,7 Millionen Kilometer von ihm. Wie die amerikanischen Astronomen Martha und Bradley Schaefer jetzt bei photometrischen Messungen herausgefunden haben, rotiert der Neptunmond in weniger als einem Tag um sich selbst und schwankt in seiner Helligkeit um den Faktor vier. Wegen der Helligkeitsunterschiede muß Nereide entweder eine äußerst ausgefallene Form oder stark unterschiedliche Oberflächenstrukturen haben.

Die beobachteten Eigenschaften sowie ein Durchmesser, der mit geschätzten 200 bis 500 Kilometern für einen Asteroiden ungewöhnlich groß wäre, sprechen nach Ansicht der Wissenschaftler dafür, daß Nareide ein aus seiner Bahn geworfener, ursprünglicher Neptunmond ist. HE