Wenn fromme Firmen ins Gerede kommen, haben sie es besonders schwer, ihren Ruf zu reparieren – so die Vatikanbank (IOR), deren brave Angestellte viel Hoffnung darauf setzten, daß die lange angekündigte Reform der Römischen Kurie auch klare, kontrollierte Verhältnisse in diesem Geldinstitut schaffen würde. Von den 193 Artikeln des Reformgesetzes betreffen aber nur zwei die leidige Frage: Zweimal im Jahr soll der aus fünfzehn Kardinälen bestehende „Rat für das Studium der Wirtschaftsprobleme des Heiligen Stuhls“ zusammentreten und sich dabei auch mit dem Institut beschäftigen. „Der Rat wird über die Aktivität des Instituts informiert, das sich entsprechend den eigenen Normen verhält.“

Nach wie vor ist also die Vatikanbank ihrem 84jährigen Hauptbuchhalter überlassen und ihrem Präsidenten, Bischof Marcinkus, der jetzt allerdings – von italienischer Strafverfolgung befreit – zum ersten Mal wieder in seine amerikanische Heimat fliegen konnte. Gerüchte besagen, daß sein Urlaub lange dauern wird. Sein Nachfolger soll ein Laie werden – in der Kirche, nicht im Bankfach. Ste.