Aktien des Kunsthandelshauses Artemis sind in der Szene begehrt

Von Uwe Heuser

Gemälde von Courbet, Pissarro und Ingres, Stiche von Dürer, Radierungen von Rembrandt, eine römische Bronze-Statuette der Isis Fortuna: die Luxemburgische Kunsthandelsgesellschaft Artemis S.A. präsentiert sich in einem Bankhaus an der Düsseldorfer Königsallee mit vierzig Werken aus dem eigenen Bestand, die fast allesamt künstlerischen Rang und Namen haben. Die Ausstellung, zu deren Eröffnung 165 Kunst- und Geschäftsfreunde geladen sind, soll der hiesigen Kunstszene die gerade in Köln eingerichtete deutsche Repräsentanz des Unternehmens näherbringen.

Das Ambiente eines Bankhauses erinnert an die reine Profitorientierung des Handelshauses und daran, daß der 1987 verstorbene Gründer, Baron Léon Lambert, ein belgischer Bankier war. Als der passionierte Kunstsammler Lambert 1970 seine Gesellschaft gründete, konzipierte er sie zunächst als Investment Fonds. Bald wandelte sich das Konzept des Fonds in eine reine Handelsgesellschaft, deren Bestand sich laufend verändert. Im Gegensatz zu den Konkurrenten, die sich wegen mangelnder Finanzkraft liquidieren oder in eine Galerie umwandeln mußten, überwand die Artemis die Krisen der Weltkunstmärkte 1974/75 und 1981/82. Nach Meinung des Vicomte van Zeeland, seit dem Tod Lamberts Vorstandsvorsitzender des als Holding geführten Unternehmens, liegt das daran, daß die Artemis nur mit Kunst der obersten Ebene handele. Außerdem kommen keine zeitgenössischen Werke ins Haus; dieser Markt ist zu modeabhängig. 39 Prozent des momentanen Bestands, der zu 86 Prozent aus Gemälden, Drucken und Zeichnungen besteht, sind Gemälde von vor 1850.

Die Kundschaft des Unternehmens, das vor allem in Großbritannien und den Vereinigten Staaten tätig ist, besteht aus Museen und Galerien auf der einen und – in wachsender Zahl – zahlungskräftigen Privatkunden auf der anderen Seite.

Der 23-Millionen-Deal

Dabei handelt die Artemis nicht nur auf eigene Rechnung, sondern auch in Kommission. Manchmal teilt sich die Gesellschaft mit einem Kunden Verlustrisiko und Gewinn, um die Befürchtung des Kunden zu entkräften, er könnte unter Wert an die Artemis-Spezialisten verkaufen.