Der Preiskrieg im Luftverkehr nach Berlin fällt aus. In letzter Minute stellten die Luftattaches der Alliierten klar, daß die Genehmigung neuer Linien so nicht zu verstehen war. Bei den Tarifen müsse alles beim alten bleiben. Mörderisch kann der Wettbewerb dennoch werden. Wenn in den nächsten Monaten rund 300 Flugpaare auf den Berlin-Strecken hinzukommen, werden viele leere Sitze durch die Luftkorridore geflogen werden. Denn schon heute verkauft beispielsweise PanAm nur durchschnittlich sechzig Prozent der Sitze.

In der Branche fragt man sich speziell: Will der Neuling American Airlines die PanAm auch im Berlin-Verkehr ins Defizit drängen, um dann die alten Pläne wieder aufzugreifen, die ganze, ständig existenzgefährdete Fluggesellschaft aufzukaufen?

So bleibt als bemerkenswertestes Ergebnis der Neuordnung, daß die Lufthansa – wenn auch nur über eine gemeinsame Tochtergesellschaft mit der Air France, mit gemieteten britischen Flugzeugen und Besatzungen – im Berlin-Verkehr wieder mitmischt. Bereits am 1. November soll die Euro Berlin, so der vorläufige Name, starten.

hm