Investmentfonds sind nicht immer erfolgreich

Ginge es nach den Werbeaussagen deutscher Investmentfonds-Gesellschaften, dürften die Kapitalanleger ihre Spargroschen bedenkenlos den Fonds-Managern überlassen. Gerade für jene, so heißt es, die wenig Zeit zur genauen Beobachtung der Wertpapiermärkte haben oder denen ganz einfach das Geld für den direkten Einstieg ins Börsengeschäft fehlt, seien Investmentfonds die ideale Kapitalanlage. Eine professionelle Mannschaft sichere – unterstützt von einer immer ausgefeilteren Elektronik – dem Anleger ordentliche Erträge bei vertretbarem Risiko.

Was sind diese Versprechungen in Wirklichkeit wert? Die unlängst vom Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften (BVI) veröffentlichten Halbjahreszahlen über die Wertentwicklung der einzelnen Fonds zeigen, daß bei weitem nicht alle Fonds-Manager eine glückliche Hand bei ihren Anlageentscheidungen haben.

Eine weitere Statistik, die das Mittelaufkommen der Fonds beleuchtet, zeigt überdies eines: Auch Kapitalanlagegesellschaften bekamen die Diskussion um die Quellensteuer in den vergangenen Monaten zu spüren. Die Kundschaft bevorzugte nämlich international investierende Rentenfonds. Auf deutsche Werte konzentrierte Rentenfonds hingegen stießen auf weniger Interesse.

Bei den auf Aktien spezialisierten Fonds mit dem Anlageschwerpunkt Deutschland ließ im ersten Halbjahr Devif-Invest, dahinter steht die Deutsche Genossenschaftsbank (DG-Bank), die Konkurrenz mit einem ansehnlichen Gewinn von 21,3 Prozent hinter sich zurück. Die Frankfurter Wertpapierexperten erwirtschafteten den Zuwachs vor allem mit Aktien aus den Bereichen Chemie, Maschinenbau, Banken und Versicherungen.

Eine bescheidene Erfolgsrate wies dagegen der Alte Leipziger Trust Fonds auf mit einem Plus von 8,8 Prozent. Die deutschen Dividendentitel verbesserten sich nämlich im gleichen Zeitraum durchschnittlich um dreizehn Prozent. Im Einjahresvergleich gehört der Trust mit einem Minus von nahezu zwanzig Prozent ebenfalls zu den größten Verlierern. Kein Ruhmesblatt also für den jungen Fonds, der erst vor Jahresfrist aufgelegt wurde.

Gemischte Fonds investieren sowohl in Aktien als auch in festverzinsliche Wertpapiere. In dieser Sparte behauptet Unirak, Depotbank ist die Südwestdeutsche Genossenschafts-Zentralbank (SGZ-Bank), einen ersten Rang in der Halbjahresbilanz mit einem Gewinn von 16,8 Prozent. Den sicherten sich die Fondsmanager durch den rechtzeitigen Kauf von deutschen Stahlaktien. Trotzdem bleibt im Jahresvergleich ein Minus von 14,3 Prozent. In naher Zukunft beabsichtigen die Wertpapierexperten trotz bestehender Zinsängste noch keinen stärkeren Abbau der Aktien zugunsten von Renten.