Die Börsianer suchen gegenwärtig verzweifelt nach Orientierungspunkten für eine erfolgversprechende Anlagepolitik. Der feste Dollar müßte zumindest den Aktien exportintensiver Unternehmen zugute kommen. Doch davon ist nicht viel zu spüren. Zudem läuft die Konjunktur besser als erwartet, und die Unternehmensgewinne werden 1988 in der, Mehrzahl steigen. Aber auch dieser Aspekt führte nicht nennenswert zu Kaufaufträgen – jedenfalls nicht im Inland. Die englischen Broker scheinen in dieser Beziehung mutiger zu sein und mehr Vertrauen in deutsche Standardwerte zu setzen.

Inländische institutionelle Investoren, aber auch die Banken lassen sich dagegen von den steigenden Zinsen beeinflussen. In den vergangenen Tagen realisierten sie Kursgewinne, was nur deshalb nicht zu Kurseinbrüchen führte, weil die Ausländer massiv kauften.

Ausländer sehen nach wie vor in den Aktien der deutschen Großchemie erhebliche Chancen, auch wenn für sie der Ölpreis allein wegen des gestiegenen Dollars an den Erträgen zehren wird. Auf Autoaktien reagieren Börsianer derzeit mit Zurückhaltung – nicht wegen der aktuellen Ertragssituation der Unternehmen, sondern wegen der auf deutsche Unternehmen zukommenden Strukturprobleme. K.W.