Zu reden ist vom größten Affront gegen deutsche Kühlerhauben seit der Erfindung des Otto-Motors. Sozusagen über Nacht und ohne die lieben Nachbarn im europäischen Geiste zu informieren, geschweige denn zu konsultieren, hat sich, man höre und hupe, Italiens Regierung erdreistet, auf Italiens Straßen in der Urlaubszeit das Tempolimit zu verschärfen: auf Autobahnen von 140 auf 110, auf Landstraßen von 110 auf 90. Vielleicht in der Hoffnung auf ein paar sommerliche Unfälle weniger, jedenfalls: einfach so.

Politiker, vor allem der rechten automobilistischen Gesinnung in Deutschland, hat dies auf hundertachtzig gebracht. Von "gezieltem Abkassieren" bei Urlaubern, von "Überfall" und "Unverfrorenheit" sprachen diverse Verkehrsexperten der Union, und im Brustton vollmotorisierter Empörung reklamierte Bundesverkehrsminister Warnke bei den römischen Brüdern einen Verstoß "gegen Treu und Glauben". Sieht er doch seit Sonntag Tausende deutscher Urlauber, ahnungslos und der Landessprache nicht mächtig, wie sie nun einmal sind, auf ihren transalpinen Wegen in tückische Radarfallen rasen, statt, möglicherweise, in den nächsten Crash. Eine schreckliche Vorstellung: Wie sich das römische Staatssäckel jetzt bläht von all den Bußgeldern aus deutschen Taschen.

Nein, diese Italiener! Wollen etwas für die Verkehrssicherheit tun, ohne in Bonn Bescheid zu sagen. Dabei hätten sie doch wissen müssen, daß wir uns überallhin lieber treten lassen als auf die Gasfüße. A.B.