Wenn statt der bestellten Ware vom Versandhaus nur ein Brief ankommt, in dem höflich, aber bestimmt erklärt wird, daß aufgrund "hausinterner Informationen eine Lieferung leider nicht möglich ist", hat das meistens einen ganz speziellen Grund. Einige der Handelshäuser benutzen nämlich Listen mit "asozialen" Privatadressen. Darüber klären in Kürze die Redakteure von Verbraucher Aktuell, das Blatt wird von der Verbraucher-Zentrale in Nordrhein-Westfalen herausgegeben, und die WDR-Sendung Quintessenz ihre Leser und Hörer auf.

Besuch von Datenschützern erhielt bereits der Fachverlag Geradi, der die Handelsbranche mit einem umstrittenen Nachschlagewerk versorgt. Der Bestseller, enthält nicht nur Adressen von Strafvollzugsanstalten oder Obdachlosenheimen, sondern auch Anschriften von Mietshäusern, deren Bewohner irgendwann einmal als faule Kunden: aufgefallen sind – allerdings ohne ihren Namen zu nennen. Die Folge: Auch zahlungswillige Nachbarn können unter die Kategorie "Vorsicht, asozial" fallen.

Große Unternehmen wie der Otto-Versand oder Neckermann bestreiten, diese Daten tatsächlich auch zu benutzen; sie haben ihre eigene Kartei. Aber Alfons Eggersmann, Datenschützer in Baden-Württemberg, hat bei seinen Recherchen immerhin zwei Versandhäuser entdeckt, die diese Informationen in ihren EDV-Anlagen gespeichert hatten. Und das hält er für unzulässig. Mit ihrer Praxis verprellen sich die Versender zudem noch manch anderen zahlungskräftigen Kunden. Wegen mangelhafter Aktualisierung entgeht den Datensammlern nämlich oft, daß aus einer "Negativauskunft" längst eine gute Adresse geworden ist.

Sein nur rund einjähriges Engagement beim Sportartikel-Anbieter Puma AG, wo er Aufsichtsratschef und ganze drei Monate auch Vorstandsvorsitzender war, hat sich für Vinzenz K. E. Grothgar, den ehemaligen Chef der Westdeutschen Landesbank, mit Sicherheit gelohnt. Die Klage eines Kleinaktionärs, Grothgar hätte sich sein Ausscheiden bei Puma mit einem Millionenbetrag vergolden lassen, blieb auf der Hauptversammlung undementiert. Insgesamt exakt 4,3 Millionen Mark hat das Verlust machende Unternehmen im vergangenen Jahr allein für Abfindungen an die ehemaligen Vorstandsmitglieder Grothgar, Armin A. Dassler und Gerd H. Dassler aufbringen müssen. Alle drei waren im vergangenen Herbst ausgeschieden, um einem neuen Management unter Hans Woitschätzke Platz zu machen. Die frustrierten Aktionäre machen Grothgar und die Dassler-Brüder im wesentlichen für die Puma-Misere und die zeitweilige Undurchsichtigkeit der Zahlen des Markenartiklers verantwortlich, müssen aber selbst noch mindestens vier bis fünf Jahre warten, bis sie wieder eine Dividende bekommen.

Der private Fernsehsender Eureka TV tut sich offenbar schwer mit seiner Partnersuche. Schon Mitte Juli wollte der Sender einen neuen Gesellschafter der Öffentlichkeit präsentieren. Die Brautschau ausgelöst hat der Wunsch von Gerhard Ackermans, seinen Anteil von derzeit 75 auf nur noch 25 Prozent zu senken. Der Chef der Mönchengladbacher Allkauf-Kette möchte nicht mehr, länger die Hauptlast der Verluste von rund dreißig Millionen Mark tragen.

Doch bislang haben die Münchner ihr Versprechen noch nicht wahr gemacht. Nach einer Stippvisite des britischen Medienzars Robert Maxwell in der bayerischen Landeshauptstadt hielt sich in der Branche zwar hartnäckig das Gerücht, der Engländer werde bei Eureka einsteigen. Das aber hat Ackermans entschieden dementiert. Als möglicher neuer Gesellschafter ist nun der amerikanische Medientycoon Rupert Murdoch im Gespräch Daß es Kontakte zu Murdoch gibt, wird in München weder dementiert noch bestätigt. "Wir sind", sagt Sprecher Claus Happel, "in Verhandlungen mit ausländischen Anbietern." Allerdings, räumt Happel ein: "Als Verlobte können wir noch nicht grüßen."

Von einer "tendenziellen Doppelbelastung" geht der Chemiekonzern BASF für den Fall aus, daß in der Bundesrepublik nicht nur die Heizölsteuer erhöht, sondern zusätzlich auch noch eine Erdgassteuer eingeführt wird. Denn der an den Ölpreis gekoppelte Gaspreis steigt zum einen durch die Heizölsteuer, zum anderen auch noch durch die Erdgassteuer. Das Ludwigshafener Unternehmen, das Erdgas auch bei der Herstellung von Ammoniak als Rohstoff einsetzt und dabei nicht einmal von der Abgabe betroffen sein soll, rechnet alles in allem mit einer Mehrbelastung von vierzig Millionen Mark.