Na sowas: Ganz bös ist er geworden, der Thomas Gottschalk, über das, was die Bunte sich da geleistet hat. Erst ihn mit "Goldenen Bambis" verwöhnen, dann in seinem Privatleben herumschnüffeln – so geht das nicht. Wer behauptet, er habe sich unehelicherweise mit einer Brigitte Nielsen auf der Flugzeugtoilette vergnügt, der kriegt Post vom Showmaster: "Meine ‚Bambis‘, sehr geehrter Herr Burda, sende ich Ihnen hiermit zurück." Und weiter: "Die Leute sollen mich mögen, weil ich gute Shows mache, und nicht, weil die Bunte mit meiner Ehe zufrieden ist."

Die Leute sollen mich mögen, weil ... Ach, Thommy, lieber Thommy! Daß man sich so für Ihr Privatleben interessiert – welche Ehre! Eigentlich steht sie ja nur den ganz Großen zu. Nur sie, die Monarchen, die Fürsten von Monaco und Thurn (und Taxis) haben das Recht, Ihren Lebensunterhalt mit ihrem Privatleben zu verdienen. Das ist die wahre Show, die beste Show Europas: daß Prinzessin Di wieder schwanger ist und Caroline in dieser oder jener Disco war, daß Fürstin Gloria sich mit ihrem Coiffeur amüsierte, was Prinz Charles seinem Gummibaum anvertraut hat und wie Königin Silvia auf Öland Urlaub macht; Dafür werden sie geliebt, bezahlt – und dann meckern Sie, lieber Thomas, und sind verbittert, weil man Sie einmal als wirklichen King behandelt hat...

"Wißt Ihr was", schreiben Sie da an die liebe Bunte, "ich steige aus dieser Nummer aus..." Aber, aber, wer wird denn gleich so heftig werden? Dankt denn die Königin der Niederlande schnöde ab, bloß weil die Bunten dieser Welt die Depressionen Ihres Prinzgemahls ausbreiten? Verdunkelt sich denn Britanniens Glory, nur weil alle wissen, daß sich Prinz Soundso mit einem Pornomädel vergnügt? Sie alle wissen, was sie als Stars, als Entertainer von Weltniveau, von King-size sozusagen, dem Publikum da unten schuldig sind! Und da wollen Sie, als unser deutscher Showprinz, einfach aussteigen?

Ihre Spielchen – schön und gut; Ihre Scherze – prima, prima; doch als richtiger Star muß man schon etwas mehr bieten, bitte sehr. Von einem richtigen Star, so ist die Welt, von einem ganz Großen wollen "die Leute" eben sein Leben, nicht seine Arbeit. Oder interessiert Sie etwa die Parlamentseröffnungsrede der englischen Königin oder der Besuch König Juan Carlos’ auf der Madrider Landwirtschaftsmesse? Na siehste. Finis