Jordaniens König Hussein hat die Konsequenzen gezogen: Weil sich die PLO und Israels Regierung beharrlich weigerten, mit ihm über die Zukunft Westjordaniens und des Gazastreifens zu verhandeln, gab er seinen Souveränitätsanspruch auf das ehemals jordanische Westufergebiet auf. Sollen die Palästinenser doch jetzt sehen, entschied er nicht ohne bittere Enttäuschung, wie sie miteinander und mit dem umstrittenen Territorium zu Rande kommen.

Wie wohl? Arafat will dort seinen Staat errichten, die Israelis werden das verhindern. Beide wollen nicht einmal miteinander reden, geschweige denn miteinander verhandeln.

Hussein zieht sich auf Transjordanien zurück – und dies soll niemals eine Art Palästinenser-Staat werden. Arafat wird es schwer haben, die Folgen, zumal die finanziellen, der königlichen Sezession zu tragen. Israels Regierungschef Schamir mag sich verrechnen, wenn er nun freie Bahn für eine regelrechte Annexion wittert. Der Monarch aber ist frei in seinen nächsten Entscheidungen – den Palästinenserführer entweder noch mehr unter Druck zu setzen, indem er den Westjordaniern ihre jordanischen Pässe entzieht, die Gehälter für 18 000 Bedienstete storniert und den Handelsverkehr sperrt, oder die Trennungs-Operation zu revidieren, weil Arafat eines Tages klein beigeben muß. Dem Frieden wird das königliche Ränkespiel nichts bringen. D.St.