Da schüttet einer das Sommerloch am Theater ganz schön zu mit seinen Krawallsätzen. Die deutschen Intendanten? "Nicht kreativ. Söhne und Töchter eines Systems, das sie zu Idioten abgestempelt hat."

Das deutsche Theater? "Ist doch isoliert. Es ist kein Teil der Gesellschaft mehr."

Das deutsche Publikum? "Die Leute haben ja Angst, ins Theater zu gehen, das Theater hat absolut keinen Bezug mehr zur Gesellschaft. Wenn Kultur Kommunikation ist, dann ist das Anti-Kultur."

Musicals in Deutschland? "Die am Stadttheater können keine professionellen Musicals machen. Die Qualität ist ‚ferner liefen‘. Was die Tournee-Produktionen zu bieten haben, ist der absolute Schrott."

Der so schwadroniert, hat Gründe, alles Theater vor seiner Zeit des "Big Money" schlecht zu machen. Friedrich Kurz, Großindustrieller in Musicals, hat schließlich "über acht Millionen Mark Inszenierungskosten für ‚Cats‘ in Hamburg" hingeblättert und will sich nun seinen "Reingewinn pro Monat: rund eine Million" nicht schmälern lassen: "In Deutschland gibt es nicht einen einzigen Menschen, der daran glaubt, daß man Theater ohne Subventionen führen kann. Geld verdienen mit Kultur? Das werde ich in Deutschland einführen."

Wie steht es um den Kulturbegriff des Geldverdieners? "Wenn eine Million Menschen ‚Cats‘ angucken, dann hat das etwas mit Kultur zu tun... In Deutschland entscheidet das Publikum."

Ja hat der Mann nicht recht? Wäre da nicht die Verachtung der Menschen, denen er das Geld abknöpft, "zwischen 30 und 70 Mark", für seinen Bochumer "Starlight-Express". Den findet Kurz selber, der dafür "zwölf Millionen" investiert hat, "banal".