Warum so viele Menschen unzufrieden aus dem Urlaub zurückkehren

Von Angela Oelckers

Alle sind sie wieder da, die urlaubenden Zeitgenossen, mit frischer Kraft und neuer Lust stürzen sie sich in den Alltag. Wirklich? Waren sie denn so erholsam, erlebnisreich, einzigartig, wie wir vorgeben, die vielbeschworenen "schönsten Wochen des Jahres"?

Die Tübinger Wickert-Institute trösteten kürzlich die Daheimgebliebenen mit der Mitteilung, 53 Prozent der deutschen Urlauber kämen verärgert aus den Ferien zurück, es sei zu voll, zu laut, zu unfreundlich gewesen. Und eine allemal seriösere Quelle, der Starnberger Studienkreis für Tourismus, fand schon 1987 heraus, daß das Lager derer, die ihren Urlaub ziemlich mittelmäßig fanden, sich glatt verdoppelt hatte.

Gründe werden nicht genannt. War die tröpfelnde Dusche im Hotelzimmer schuld, der Baulärm von gegenüber oder die Kakerlake im Restaurant? Darüber wird nicht häufiger geklagt als in den Vorjahren.

Nein, der Verdacht ist ein anderer: Wir sind einfach nicht reisefähig. Zwar reif für die Insel, aber nicht reif genug, sie zu bereisen. Enttäuscht kommen wir wieder, da wir in Täuschung abgefahren sind.

Das utopische Minimum