In jüngster Zeit sind die Umsätze auf den deutschen Aktienmärkten stark geschrumpft. Börsenhändler sprechen von einem Spätsommerloch. Die Banken stellen sich auf eine ruhige Börsen-Phase ein. Die Saison der Hauptversammlungen ist vorüber, die großen Konzerne haben ihre Dividenden ausgeschüttet, die meisten Halbjahresberichte mit ihren überwiegend guten Ergebnissen liegen vor. Von dieser Seite sind vorerst also kaum Anregungen zu erwarten. Immerhin: Das günstige wirtschaftliche Umfeld in der Bundesrepublik sorgt für Kursstabilität.

Die Gewinnschätzungen der Dresdner Bank für das kommende Jahr haben sowohl die Bau- als auch die Maschinenbauaktien zeitweise in den Vordergrund des Anlegerinteresses gerückt. Ihre Kurse haben sich aufwärts bewegt. Im Vordergrund standen dabei Mannesmann und MAN. Als nach wie vor kaufenswert gelten die Papiere der Großchemie, von denen Bayer vorübergehend die Marke von 300 überspringen konnte.

Als labil gelten weiterhin Autoaktien, bei denen kein großes Potential für steigende Kurse gesehen wird. Bei Daimler geht die Dresdner Bank in ihren Schätzungen für 1989 sogar von einem Ergebnisrückgang je Aktie von knapp zehn Prozent aus, während bei BMW der Gewinnanstieg auch im kommenden Jahr weitergehen wird. Am Bankenmarkt haben die Halbjahresberichte die Erwartungen nicht erfüllt. K. W.