Die Lufthansa kehrt zu Bewährtem zurück und führt vom nächsten Jahr an wieder die Touristenklasse ein.

Auf der Vorstandssitzung der Deutschen Lufthansa AG fiel im Juli die Entscheidung, die bislang in der Euro-Class vereinten Sitze der Business-Class und der Tourist-Class voneinander zu trennen. Die First-Class wird entgegen anfänglichen Überlegungen beibehalten.

Das neue Konzept soll erstmals im Herbst 1989 umgesetzt werden, wenn der Airbus A 320 in die Flotte integriert wird.

Die vollzahlenden Geschäftsreisenden der Lufthansa hatten daran Anstoß genommen, daß sich ihr Service in nichts von dem der zu Discountpreisen fliegenden Touristen unterscheide. Nunmehr soll für die Business-Class ein Teil der Sitzplätze mit einer flexiblen Trennwand separiert, der Servicestandard angehoben und die Abwicklung am Boden beschleunigt werden. Geplant ist unter anderem ein Sondercounter für Reisende ohne Gepäck.

Eigentlich, so hieß es noch im Juni, sollte es der ersten Klasse an den Kragen gehen, die im Durchschnitt ein Drittel teurer ist als die Business-Class. "Unsere heutige erste Klasse ist im Durchschnitt lediglich zu 30 Prozent ausgelastet", so Vorstandsvorsitzender Heinz Ruhnau, "das heißt, der Ertrag pro Sitz ist nicht ausreichend." Doch da im Europaverkehr außer der Swissair und der Lufthansa keine Fluggesellschaft First-Class-Plätze anbiete, könne man durchaus mit einem Interessentenkreis rechnen. So soll die Nobelklasse bleiben, es sei nun Aufgabe der Marketingabteilung, die Attraktivität der ersten Klasse zu steigern. A. O.