Einsame kränkeln mehr und sterben früher als Menschen mit häufigen und befriedigenden sozialen Kontakten. In einem Übersichtsartikel präsentiert der Soziologe James House in der Zeitschrift Science (Bd.241/88, S.540) viele Daten als Beleg für diese alte These. So scheinen Männer gesundheitlich von einer Heirat mehr zu "profitieren" als Frauen; entsprechend deutlicher greift sie offenbar auch der Verlust des Partners an. Frauen hingegen scheinen aus Verwandtschafts- und Freundschaftsbeziehungen mehr Stärkung zu erfahren. Laut Science entbehrt es nicht der Ironie, daß mit wachsender Kenntnis des Risikofaktors "Fehlende Sozialkontakte" – der vergleichbar sei mit Rauchen – der Trend zunimmt, alleine zu leben und weniger Kinder zu haben. HST

Ein Asteroid mit einem Durchmesser von fast zwei Kilometern ist vor 2,3 Millionen Jahren in den Pazifik geplumpst. Dabei spritzten vermudich zwei Milliarden Tonnen Wasser in die Hochatmosphäre, das sich dort zu einer erdumhüllenden Wolkenschicht verteilte. Sie könnte soviel Sonnenenergie von der Erdoberfläche ferngehalten haben, spekulieren zwei amerikanische Wissenschaftler in der Zeitschrift Science, daß dadurch eine Eiszeit auf dem Globus in Gang gesetzt wurde. Die beiden Forscher haben die Größe des vom Himmel gefallenen Kleinplaneten aus seinen Überresten in Tiefseesedimenten abgeschätzt. Die Asteroidensplitter verraten ihre Herkunft durch den Gehalt an dem seltenen Element Iridium.

Verdauen im Warmen, fressen im Kalten. Diesem Wechselbad unterziehen sich die Larven des Süßwasserfisches Cottus extensus, ein naher Verwandter der Groppe. Tagsüber jagen sie in etwa vierzig Meter Tiefe nach Kleinkrebsen. Nachts schwimmen die büroklammergroßen Fischchen über die Grenzschicht zwischen zwanzig Grad warmem Oberflächen- und fünf Grad kaltem Tiefenwasser. Mageninhalte belegen, daß sie dort keine Nahrung zu sich nehmen. Neue Laborexperimente liefern eine plausible Erklärung ( Nature, Bd.333/88, S.846), weshalb sie in der Tiefe bleiben: In konstant kühlem Wasser gehaltene Larven wuchsen dreimal so langsam wie Vergleichstiere aus wechselnd temperierten Aquarien. ChW

Nach jahrzehntelangem Streit scheint es nun endlich gesichert: Pluto, der äußerste Planet unseres Sonnensystems, besitzt eine Atmosphäre. Im Juni zog Pluto genau vor einem Fixstern im Sternbild Jungfrau vorüber. Acht Astronomeri-Teams versammelten sich in Australien und Neuseeland – nur von dort aus war das seltene Ereignis zu sehen. Ihre Beobachtungen zeigten, daß der Stern keineswegs schlagartig hinter Pluto verschwunden und wieder aufgetaucht ist. Vielmehr "verlöschte" er in einem einige Sekunden dauernden Vorgang langsam, und am entgegengesetzten Rand des Planeten "leuchtete" er ebenso langsam wieder auf. Genau dieses Phänomen ist zu erwarten, wenn das Licht des Sterns auf seinem Weg zur Erde die Pluto-Atmosphäre durchqueren muß. RK