Wie ist eigentlich die Lage auf dem Feindbildmarkt?" erkundigte ich mich bei Bob Splitter, dem Nestor unter den Feindbildhauern, dem nachgesagt wird, er habe sogar bei der Geburt der Wortschöpfung "DDR" seine Hände im Spiel gehabt. Seitdem galt sein Interesse vorwiegend dem Mutterland der Feindbilder, also den Vereinigten Staaten.

Zur dortigen Situation meinte er: "Die Amerikaner müssen der bedrückenden Tatsache ins Auge sehen, daß ihnen die Feindbilder ausgehen; ohne Feindbild kommen sie sich aber irgenwie wehrlos vor."

"Wie konnte es soweit kommen, Bob?"

"Nun, zunächst einmal hat Moskau den Feinbildbenutzern mit dem Afghanistan- und dem Raketen-Abzug einen bösen Streich gespielt. Als ‚Reich des Bösen‘ haben die Sowjets ja 40 Jahre lang eine geradezu unentbehrliche Funktion gehabt – und nun das!"

"Welche Rolle hat Reagan dabei gespielt?" wollte ich wissen.

"Aus der Sicht Hollywoods, dem er soviel zu verdanken hat, eine miserable – er hätte doch mit seinem Gorbi-Techtelmechtel zumindest warten können, bis ‚Rambo III‘ wenigstens seine Herstellungskosten eingespielt hat, meint man dort."

"Aber da gibt es doch noch den Chomeini als ideales Feindbild", warf ich ein.