Der Dollar und die Zinsen bestimmen derzeit die Tendenz an den deutschen Börsen. Die Richtung wird dabei von den Vereinigten Staaten vorgegeben. Trotz der positiven Konjunktur- und Gewinnaussichten in der Bundesrepublik halten sich die langfristig disponierenden Anleger zurück. Allenfalls werden für kurze Zeit Aktienpakete gekauft und schon nach kleinen Kurssteigerungen wieder abgestoßen.

Wer schlicht von einem Sommerloch spricht, macht sich die Analyse zu einfach. Es geht vielmehr um die Frage, wie weit die US-Notenbank die Zinsen im eigenen Lande zur Bekämpfung etwaiger Inflationsgefahren steigen läßt. Davon hängt auch der Zins in der Bundesrepublik ab.

Beruhigend in der gegenwärtigen Situation ist allein die geringe Verkaufsbereitschaft. Selbst ausländische Anleger geben nur gelegentlich deutsche Papiere zurück. Das gilt allerdings nur für Aktien. Am Rentenmarkt hält der Verkaufsdruck aus dem Ausland an. Er wird sich mit Näherrücken des 1. Januar 1989 verstärken, meinen Rentenexperten, weil noch vor Inkrafttreten der Quellensteuer reiner Tisch gemacht werden soll.

Nach Lage der Dinge ist es schon viel, wenn sich die Aktienkurse seitwärts oder nur wenig abwärts bewegen. Die Zahl der Sonderbewegungen ist stark geschrumpft. Was mitunter daran liegt, daß die Börsianer derzeit keine Lust zum Spekulieren haben. K.W.