Die Entscheidung des jordanischen Königs Hussein, sich vom Westjordanland zu lösen, schlägt weiter heftige Wellen. Israels Antwort auf die königliche Trennungsorder: Über den Gaza-Streifen wurde eine unbefristete Ausgangssperre verhängt. Dies und die strikte Kontrolle des Geldzuflusses über jordanische Banken und internationale Organisationen an Palästinenser in den besetzten Gebieten soll verhindern, daß die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) an Einfluß gewinnt.

Inzwischen ist die Frage, was nach dem Entschluß Husseins aus den Territorien werden soll, zum Hauptthema des israelischen Wahlkampfes geworden. Ministerpräsident Schamir, der eine Annektion ablehnt, drohte: Mit "harter Hand" werde der Versuch der PLO, das Vakuum zu füllen, gestoppt werden. Sein Parteifreund, Minister Scharon, forderte dagegen die Ausdehnung israelischen Rechtes auf bestimmte Teile der besetzten Gebiete sowie die Verstärkung der israelischen Besiedelung. Im Gegensatz dazu erneuerte die Arbeitspartei, Schamirs Regierungspartner, das Angebot, mit gemäßigten Palästinensern zu verhandeln.

Die Reaktion der PLO: Selbst Abu Jihad, Sicherheitschef der Organisation und bisher für seine Unnachgiebigkeit bekannt, sprach sich für die Einsetzung einer provisorischen Regierung in den besetzten Gebieten, Verhandlungen mit Israel und für eine Anerkennung ausgehandelter Grenzen aus. Wie in Israel selber gibt es aber auch in den verschiedenen PLO-Fraktionen unterschiedliche Strategien. Die von Syrien abhängigen palästinensischen Gruppen plädieren für eine Fortsetzung des bewaffneten Kampfes. Fraglich ist, ob sie sich bei der nächsten Sitzung ihres Exil-Parlaments in Algier auf eine gemeinsame Marschroute verständigen können. D.St.