Einige Anleger fragten sich schon in der ersten Augustwoche, ob die nächste zehnjährige Bundesanleihe ein Siebenprozenter sein werde. Letztlich war das Papier mit einem Kupon von 6,75 Prozent ausgestattet. Wird es bei der nächsten Emission mehr geben? Angesichts dieser Ungewißheit möchten sich viele Sparer derzeit nicht langfristig binden. Ihre Überlegung: Steigen die Zinsen in absehbarer Zeit, wollen sie ohne große Kursverluste auf höher verzinsliche Wertpapiere umsteigen können.

Im Rahmen dieser Strategie gibt es die Möglichkeit, sich ein niedrig verzinstes Papier zuzulegen, das nur noch ein bis zwei Jahre läuft. Aufgrund der vergleichsweise geringen Verzinsung ist der Kaufkurs niedrig. Mit Blick auf die kurze Restlaufzeit wird er kaum noch weiter sinken. Auf jeden Fall zahlt der Schuldner das Papier z.um Nennwert zurück. Ein Beispiel: Die 1985 von der Honda Motor Company herausgegebene DM-Auslandsanleihe (Nummer 475213) ist mit einem Zinskupon von 3,375 Prozent ausgestattet. Der Kurs lag zu Wochenbeginn bei 97,1 Prozent. Am 19. März 1990 wird sie zu hundert Prozent zurückgezahlt, woraus sich eine Rendite von 5,32 Prozent errechnet. Im Vergleich dazu schneidet der Bundesschatzbrief vom Typ A mit jährlicher Zinszahlung schlechter ab. Er bringt nach zwei Jahren nur 4,75 Prozent Zinsen – ganz abgesehen von der Quellensteuer, die vom kommenden Jahr an beim Bundesschatzbrief einzukalkulieren ist, bei der Auslandsanleihe hingegen nicht.

Im Rahmen des Börsenspiels der ZEIT schichtete die Hamburgische Landesbank in der vergangenen Woche ihr Wertpapierdepot um. Anlageexperte Herbert Koch verkaufte die Aktien der Banco Popular Español zum Kurs von rund 135 Mark. Der Gewinn auf die investierte Summe von 30 000 Mark: knapp 1900 Mark. Im Gegenzug kaufte er Thyssen-Aktien. kah