Sei es im In- oder im Ausland – wer einen geliehenen Wagen fährt, muß sich an bestimmte Spielregeln halten, sonst kann er Ärger mit den Behörden bekommen.

Zusätzlich zum Kraftfahrzeug- und Führerschein ist ein weiteres Schriftstück für die Fahrt mit einem fremden Auto ins Ausland nötig: die Vollmacht des Eigentümers. Ob Angestellte, Bekannte oder Verwandte – selbst engste Familienangehörige müssen nachweisen, daß sie das geliehene Fahrzeug benutzen dürfen.

Während in der EG eine formlose Bestätigung ausreicht, die nur bei Unfällen, nicht aber an der Grenze vorgezeigt werdet! muß, herrschen in anderen Ländern strengere Vorschriften. In Ungarn, Polen und in der ČSSR, in Jugoslawien, Spanien und in der Türkei sollte die Vollmacht zusätzlich von einem Automobilclub (ADAC) oder von einem Notar beglaubigt sein (Kosten: beim ADAC für Mitglieder keine, beim Notar rund zehn Mark plus Mehrwertsteuer).

In Ägypten zum Beispiel, aber auch in einigen anderen außereuropäischen Ländern wie Uruguay und Peru, muß das Formular zusätzlich vom Konsulat abgesegnet werden. Westdeutsche haben in der DDR mit einem geliehenen Auto auch ohne Vollmacht freie Fahrt.

Wichtig wird die Frage nach dem Fahrzeughalter meist erst bei Unfällen. Schlimmstenfalls kann der Wagen dann von den Behörden beschlagnahmt werden. Sicherer fährt in jedem Falle derjenige, der sich die dreisprachig abgefaßten Formblätter beim ADAC besorgt.

Vorsicht ist auch mit ausländischen Nummernschildern geboten. Wer sich im Ausland privat einen Wagen leiht, sollte nicht auf die Idee kommen, damit nach Hause zurückzufahren. Ein Bundesdeutscher, der etwa in einem Auto mit französischem Kennzeichen über die Grenze nach Deutschland fährt und den Wagen dort weiterbenutzt, ohne nachweisen zu können, daß er seinen Hauptwohnsitz in Frankreich hat, verstößt gegen das Zollgesetz.

Das Fahren unter fremder Flagge ist nur Zum "grenzüberschreitenden Verkehr" erlaubt. Das bedeutet, daß ein Wagen mit ausländischem Kennzeichen von einem deutschen Fahrer nur innerhalb eines bestimmten Zeitraumes und auf einer bestimmten Strecke benutzt werden darf – es sei denn, der Eigentümer des Wagens fährt mit, oder es handelt sich um einen Mietwagen.

Dies gilt für alle EG-Länder noch mindestens bis 1992. Dann werden solche Zollbeschränkungen durch die Auflösung der Binnenmärkte geändert. Leslie Rowe