Sabber lall

Hinten, ganz hinten auf dem Schreibtisch, dort zwischen Kante und Wand, wo außer dem ständig klingelnden Telephon nichts stehen sollte, da liegen sie: die Zeitungsausrisse, die sich unter der morgendlichen Lektüre des Herrn Redaktors von ihren Blättern trennen mußten. Über Wochen haben sie sich angehäuft, ungenutzt, unbeachtet; heute nun fliegen sie in den Abfall. Halt! Ein letzter Blick auf das, was hier verworfen wird:

Eine Seite aus der Hörzu, älter schon, denn sie handelt vom Bundesverteidigungsminister Wörner. Ein Absatz ist angestrichen: "Der Abschied von Bonn fällt Manfred Wörner leicht, der Abschied von der Bundeswehr dagegen schwer. Wenn er, wie geschehen, eine Postkarte aus der Truppe erhält: ‚Chef, mach‘ so weiter, halt den Laden zusammen!‘, dann ist er glücklich. Auch Minister brauchen hin und wieder Lob."

Nichts wie weg damit.

"Dieses Klo ist von Pilzen besetzt" – die Werbeseite aus einer Illustrierten. "Sagrotan" möchte sich verkaufen und schreckt vor nichts zurück: "Wenn Sie mal auf ein öffentliches Klo müssen, und so was kommt ja hin und wieder vor, dann sollten Sie Sagrotan dabei haben. Und zwar um die Klobrille zu desinfizieren und andere Sachen, die Sie dort vielleicht nicht so gerne anfassen möchten."

Pfui Teufel.

Hier was Frisches, relativ jedenfalls: Die Hamburger Morgenpost fragte junge Frauen "nach ihrer Meinung über den Kreml-Flieger": "Ist Mathias Rust ein Traumtyp?" Es antworten: Britta, 24, Graphikerin; Pamela, 26, Germanistin; Linda, 24, Designerin; Annette, 24, Layouterin; Claudia, 25, "aus Bonn"; Gabi, 26; Frauke, 24. Sie sagen: "Er ist ein unangenehmer Typ. Ich würde ihn nicht heiraten. Den könnte man mir auf den Bauch binden, da würde sich gar nichts abspielen. Er wirkt großkotzig. In seinen Interviews fand ich ihn widerlich. Er ist unsympathisch, häßlich, und sein Flug war eine Dummheit."