Die Tendenz an den Weltbörsen steht im Zeichen des offenbar nicht zu bändigenden Dollars und einer um sich greifenden Furcht vor steigenden Zinsen. Zu längerfristigen Dispositionen können sich die Anleger unter diesen Umständen nicht aufraffen. Die Aktienmärkte leiden darunter. Eine klare Tendenz gibt es nicht.

Das trifft insbesondere für den deutschen Aktienmarkt zu, wo bisher die in diesem Jahr und wohl teilweise auch noch 1989 steigenden Unternehmensgewinne in Verbindung mit dem wirtschaftlichen Wachstum für ein hohes Maß an Widerstandskraft sorgen. Wie lange dies allerdings wirksam bleibt, falls die Zinsen weiter steigen, läßt sich nicht abschätzen. Wegen dieser Ungewißheit hat in den vergangenen Tagen die Neigung zugenommen, Kursgewinne zu realisieren. Das trifft auch die bisher favorisierten Stahl- und Maschinenbauaktien, deren Kurse in diesem Jahr teilweise bis über sechzig Prozent gestiegen sind. Empfindlicher reagieren die Bankaktien. Mit der Veröffentlichung der Halbjahresberichte der Kreditinstitute scheinen Aktienspekulanten diesen Marktsektor zu meiden.

Nicht einmal die ertragsstarken Papiere der Großchemie blieben von den Gewinnmitnahmen verschont. K. W.