Selbst für Kenner des Termingeschäftes kam die Nachricht überraschend. Der Vorstand der Frankfurter Wertpapierbörse erklärte in der vergangenen Woche, daß alle Optionsgeschäfte in AEG-Aktien am 22. September auslaufen werden. Bis in den August hinein konnten Bankkunden problemlos Kauf- oder Verkaufoptionen auf AEG-Aktien an den Schaltern der Geldinstitute zeichnen, wobei die vereinbarten Laufzeiten der Optionen oft weit ins nächste Jahr hineinreichten. Für viele ist die Entscheidung des Frankfurter Börsenvorstands eine herbe und teure Enttäuschung, denn nach Bekanntgabe verloren vor allem die längerfristigen Optionen praktisch ihren Wert. Zur Erinnerung: Am 22. Juli hatte Daimler-Benz allen Aktionären des Elektrokonzerns das Angebot gemacht, ihren Anteil gegen Daimler-Aktien bis zum 29. September zu tauschen. Und da es in Paragraph 13 der Bedingungen für Optionsgeschäfte heißt, daß bei Umtausch- und Abfindungsfristen "die Laufzeit der, Option spätestens am fünften Börsentag vor Ablauf der jeweiligen gesetzlichen Frist" endet, ist der 22. September der letzte Tag für die alten AEG-Optionen. Wer aber kennt schon diesen Paragraphen? Zwar zählt im Optionsgeschäft nicht das Argument der Unwissenheit, weil in dieser Sparte vornehmlich Kaufleute unter sich sind. Aber die Banken und Sparkassen hätten zumindest nach dem 22. Juli die Käufer langfristiger AEG-Optionen darauf aufmerksam machen müssen, daß die Laufzeiten verkürzt werden. Sie geben doch sonst immer gerne vor, Kundenservice groß zu schreiben.

Sparbücher mit gesetzlicher Kündigungsfrist steigen in der Gunst der Anleger. Der Grund: Die Zinsen unterliegen von 1989 an nicht der Quellensteuer. Momentan beläuft sich der Spareckzins auf 2 bis 2,5 Prozent. Aus dem Rahmen fällt das Bankhaus Löbbecke mit Sitz in Berlin und Braunschweig. Es zahlt vier Prozent im Jahr. kah