Agatha Christie läßt grüßen: Der nicht zuletzt durch ihren Krimi-Klassiker berühmt gewordene Orient-Express erhält ein asiatisches Pendant.

Der "Orient-Express Asia" soll von 1990 an dreimal wöchentlich auf der mehr als 2000 Kilometer langen Strecke Bangkok-Kuala Lumpur-Singapur verkehren. Rund 15 Millionen US-Dollar will sich die in London ansässige Venice-Simplon-Orient-Express-Gesell- schaft nach Worten ihres Chefs John Roozemond das spektakuläre Asien-Unternehmen kosten lassen. An einer "zügigen" Amortisation wird nicht gezweifelt. Roozemond hat ebenso wie Südostasiens Tourismusmanager volles Vertrauen in die ungebrochene Zugkraft der legendären Eisenbahn.

Die Vorbereitungen für den Start in zwei Jahren laufen bereits auf Hochtouren. Aus Neuseeland stammen die Waggons, 20 für jeden Zug, in denen jeweils bis zu 192 Passagiere während der 42stündigen Expreßfahrt Platz finden. Die Abteile werden derzeit gründlich renoviert und mit kostbarem orientalischen Interieur ausstaffiert. Dabei will man an Seide und edlen Hölzern nicht sparen. Ein französischer Designer wurde mit der Ausstattung beauftragt.

Gleich drei Speisewagen – mit französischer, malaysischer und Thai-Küche – sollen die Bahnfahrt durch Dschungelgebiete und Reisfelder zu einem besonderen lukullischen Erlebnis machen. Wer Kurzweil sucht, kann nicht nur Longdrinks an der Bar genießen, sondern auch Live-Musik und allerlei künstlerische Darbietungen. Sogar ein Zauberer und eine chinesische Wahrsagerin werden zum Zugpersonal gehören. Wer will, soll sein Glück auch im eigens mitrollenden Spielkasino versuchen können.

So viel Luxus hat natürlich seinen Preis. Zwar wurde noch kein vorläufiger Billett-Tarif bekanntgegeben, doch dürfte er nur unwesentlich unter dem für die Reise im europäischen Original-Orient-Express liegen. Für die einfache Fahrt London-Venedig muß der Passagier immerhin rund 1200 Dollar berappen. Wolfgang Weber