In das Tourismusgeschäft mit der DDR ist Bewegung gekommen: Vom 1. September an können Urlauber kurzfristig Hotelzimmer buchen.

Wenn Sie eine touristische Reise planen, müssen Sie Ihren Aufenthalt in der DDR mindestens sechs Wochen – in Ausnahmefällen spätestens vier Wochen – vor dem geplanten Reisetermin bei einem Reisebüro buchen", rät die vom Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen herausgegebene Broschüre "77 praktische Tips". Vom nächsten Monat an, so jetzt das Ministerium, soll es bei manchen Touren jedoch schneller gehen: Auch noch fünf Kalendertage vor Reisebeginn ist die Buchung eines Betts möglich. Auf Grund eines Vertrags zwischen der Vereinigung Interhotel auf der ost- und den Touristikunternehmen DER, ABR und TUI auf der westdeutschen Seite stehen 16 Hotels der gehobenen und der Oberklasse in elf Städten für eine kurzfristige Buchung beim DER zur Wahl. Dazu zählen das "Grand Hotel" in Berlin (Übernachtung mit Frühstück im Doppelzimmer pro Person 140 Mark), das Hotel "Merkur" in Leipzig (88 Mark), das Hotel "Warnow" in Rostock (105 Mark), aber auch Häuser in Potsdam, Gera, Erfurt, Weimar, Suhl, Magdeburg, Dresden und Karl-Marx-Stadt.

Sogar ganz Schnellentschlossene haben eine Reisechance. Noch zwei Arbeitstage vor Fahrtbeginn soll eine Buchung möglich sein, wobei ein Eilzuschlag von 20 Mark fällig wird. Die Unterlagen werden dann an den Grenzübergang geschickt, an dem der Autofahrer in die DDR einreist.

Bei Gruppenreisen sind ebenfalls Verbesserungen in Aussicht gestellt. Wurden bisher die Reisedokumente erst in allerletzter Minute zugeschickt, was gelegentlich zu Verzögerungen führen konnte, sollen nun von den besagten 16 Interhotels die Unterlagen schon zehn Tage vor Reisebeginn eintreffen.

Beim DDR-Anbieter Hansatourist, der auch Pauschalaufenthalte vermittelt, will man mit Erscheinen des Winterkatalogs Ende August ebenfalls kurzfristige Reisen ermöglichen. Ein Drei-Tage-Aufenthalt im Hotel "Neptun" in Warnemünde etwa ist von 160 Mark an zu haben, vier Tage mit Halbpension im Hotel "Schloß Cecilienhof" in Potsdam für 240 Mark.

Interesse an Reisen in die DDR ist reichlich vorhanden, allein, es fehlen de Betten. Eine kleine Linderung verden das Hotel "Dresdner Hof in Dresden, das "Belvedere" in Weimar und das "Dom-Hotel" bringen. Schon ist der Grundstein gelegt für das 220-Millionen-Projekt am Platz der Akademie in Ost-Berlin, das von einer Münchner Firma gebaut wird und vornehmlich westdeutschen Touristen Unterkunft bieten soll.

Auch die TUI streckt ihre Fühler stärker in Richtung DDR aus und plant für November eine Premiere. Zum erstenmal wird der "Ferien-Express" über die innerdeutsche Grenze rollen. 300 Personen können mitmachen bei einer fünftägigen Reise nach Dresden und Leipzig, die 698 Mark kostet. Bei Erfolg ist eine zweite Tour geplant. put