Königlicher Duft. Das chemische Hoheitszeichen einer Bienenkönigin besteht offenbar aus fünf charakteristischen Duftstoffen, die kanadische Forscher jetzt aus einem Gemisch von mehr als zwei Dutzend Substanzen aus den Speicheldrüsen der Tiere isoliert haben. Ein synthetisch hergestellten Cocktail dieser fünf Substanzen veranlaßt Arbeiterinnen, eine gläserne Attrappe zu umringen und wie eine Königin zu behandeln. Im Bienenstaat wird die Königin normalerweise ständig von 20 bis 50 Arbeiterinnen belagert, die sie berühren und dann ausschwärmen, um den restlichen Bienen die Gegenwart Ihrer Majestät geruchlich nahezubringen. Fehlt der königliche Duft, ziehen die Arbeiterinnen mit einem speziellen Nahrungsbrei, dem "Gelée royale", eine neue Königin heran. Ist der Bienenstaat so groß, daß nicht alle Arbeiterinnen genügend königlichen Duft abbekommen, wird ebenfalls eine neue Königin aufgezogen und der Staat teilt sich. HE

Ein Loch im Sombrero glauben die Schweizer Astronomen B.J. Jarvis und P. Dubath entdeckt zu haben. Die beiden haben an der Europäischen Südsternwarte in Chile die Sterne in der Galaxie NGC 4594 untersucht. Das 60 Millionen Lichtjahre von uns entfernte Sternsystem trägt aufgrund seines ungewöhnlichen Aussehens den Spitznamen "Sombrero-Galaxie". Jarvis und Dubath beobachteten einen rasanten Anstieg der Sterngeschwindigkeiten zur Mitte der Galaxie hin. Sie schließen daraus, daß sich im Zentrum von NGC 4594 eine Materiemenge von einer Milliarde Sonnenmassen befinden muß. Obwohl eine Art Super-Sternhaufen als Erklärung nicht völlig auszuschließen ist, halten sie die Existenz eines supermassiven Schwarzen Lochs im Zentrum des "Sombreros" für sehr wahrscheinlich. RK

Streit um prähistorische Schädel und Knochen ist in Australien zwischen Ureinwohnern und Wissenschaftlern entbrannt. So ragt ein fossiler Schädel aus einer Sanddüne am Lake Mungo in Neusüdwales und wird von den Archäologen aufgrund seiner Lage auf ein Alter von mindestens 36 000 Jahre geschätzt ( New Scientist, Bd.1624/88, S.29). Damit wäre er das älteste Relikt des modernen Menschen (Homo sapiens sapiens außerhalb Afrikas. Doch die Ureinwohner verweigern den Wissenschaftlern die Erlaubnis, den Schädel auszugraben und zu untersuchen. Aber nicht nur das erregt die Archäologen: Die australische Regierung hat kürzlich beschlossen, den Ureinwohnern eine komplette Skelettsammlung zurückzugeben. Zu dieser Sammlung vom Murray River gehören allein 32 Schädel, die auf ein Alter von 12 000 bis 15 000 Jahre datiert werden und nun der Wissenschaft verlorenzugehen drohen. Denn die Ureinwohner sehen die Knochen als Reste ihrer Vorfahren an und wollen sie beerdigen. HE