Nicht mehr der große Bruder Stern liefert der Hamburger Morgenpost, dem Boulevardblatt des Großverlags Gruner + Jahr, künftig die wöchentliche Programmbeilage. Vom 2. September an liegt der Mopo das TV-Magazin rtv aus dem Nürnberger Supplement-Verlag bei. Die Morgenpost, deren verkaufte Auflage bei 135 000 liegt und nur mühsam nach oben zu bewegen ist, kann dabei sparen, denn das stenz-Supplement mußte redaktionell kräftig überarbeitet werden – zu teuer bei einer Druckauflage von rund 200 000 Stück.

Anders dagegen die rtv: Mit einer Gesamtauflage von bisher 3,65 Millionen Stück, die bundesweit 180 Zeitungen beigelegt werden, kann erheblich kostengünstiger produziert werden. rtv-Anzeigen-Chef Werner Wittig freut sich über den Zugewinn im Norden. Erst im Dezember vergangenen Jahres konnten die Nürnberger mit der Zeitungsgruppe Münchner Merkur (Druckauflage: 500 000) die südliche Metropole einnehmen. Damals gelang es auch dem Nürnberger Unternehmen, den alten Marktführer Hörzu aus dem Springer Verlag hinter sich zu lassen.

Krampfhaft versuchen alle Beteiligten, den Krach im Bundesverband Druck herunterzuspielen. Doch seit der Vizepräsident und Chefunterhändler bei Tarifverhandlungen, Manfred Beltz Rübelmann, Anfang vergangener Woche seinen Rücktritt erklärte, lassen sich die Differenzen nicht mehr verheimlichen.

Mit "unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten über die tarifpolitische Führung" begründete der Verleger aus Weinheim seinen abrupten Abschied, betont aber, mit tarifpolitischen Sachfragen habe das nichts zu tun.

Wie so oft, vermischt sich der Streit um die Sache mit einer Personalie. Im Gegensatz zu Beltz Rübelmann wollten seine Kollegen im Präsidium künftig einen eigenständigen Leiter der Abteilung "Sozialpolitik" im Verband bestellen. Bisher wurde diese Position vom Hauptgeschäftsführer Hubertus Loß mitbetreut. Der neue Mann ist mittlerweile gefunden: Thomas Mayer, 33 Jahre alt, derzeit Personalleiter in einer Maschinenbaufirma in Ludwigsburg, zuvor juristischer Mitarbeiter beim Verband der baden-württembergischen Metallindustrie. Mayer tritt seinen neuen Arbeitsplatz am 1. Januar 1989 an. Viel Zeit zum Einarbeiten wird ihm nicht bleiben. Denn schon Ende dieses Jahres sollen die Verhandlungen über den neuen Manteltarifvertrag in der Druckindustrie beginnen.

Ein Nachfolger für Beltz Rübelmann, der 1984 als Unterhändler der Arbeitgeber während des dreizehn Wochen dauernden Streiks um die Arbeitszeitverkürzung auch intern heftig kritisiert wurde, ist noch nicht in Sicht.

Ein Vierteljahrhundert lang war die HB Deutschlands meistgerauchte Zigarette. Seit vier Jahren freilich muß sich die Topmarke der Hamburger BAT Cigarettenfabriken mit dem zweiten Platz begnügen und einem Markenanteil, der von einst über zwanzig Prozent auf gut dreizehn Prozent gesackt ist. Seit Montag dieser Woche nun versucht das Hamburger Unternehmen, verlorene Bastionen zurückzuerobern. Zunächst in Berlin, im kommenden Jahr dann auch im Bundesgebiet, wird ein bemerkenswerter Neuauftritt der Alt-Marke gestartet neue Packung, neue Werbung, neues Image. Das Unternehmen muß dabei besonders auf junge Raucher zielen. Sie waren dem Marlboro-Cowboy nachgelaufen oder wenigstens dem Camel-Mann.