Nur selten wird unser tiefsitzender Glaube, in Sachen Umwelt gebe es keine Wendungen zum Besseren, von kleinen Meldungen, meist unter der Rubrik Vermischtes, gestört. Diesmal waren es gleich zwei.

Zum einen hat das Bundesverwaltungsgericht nach einem jahrelangen Rechtsstreit entschieden, daß Zivildienst auch bei Greenpeace geleistet werden kann. Die Arbeit für den Frieden mit der Natur wird damit nun auch rechtsverbindlich zu einem "moralischen Äquivalent" des Kriegsdienstes, die Loyalität zur Schöpfung – oder einfach zur Natur – rückt neben die zu Staat und Regierung.

Ob dies nur ein Anfang ist, wird der Ausgang eines zweiten Rechtsstreites zeigen: Acht Umweltschutzverbände klagen vor dem Hamburger Amtsgericht gegen die Bundesrepublik, um von sofort an "zugunsten der Robben und letztlich der Menschheit" die Einleitung von verdünnter Schwefelsäure in die Nordsee und die Verbrennung von giftigen Abfällen auf See zu unterbinden. Damit wollen sie den bisher nur als Sachen geltenden Naturwesen eigene Rechtspersönlichkeit erstreiten. Was niemandem gehört, darf nicht rechtlos sein, und was sich nicht selbst schützen kann, muß von anderen geschützt werden. Jedem Kind leuchtet das ein. Die Gerichte müssen nun herausfinden, wes Geistes Kind wir sind. Grff