Die Quotenregelung für Frauen und Lafontaines Zukunft beschäftigen die Sozialdemokraten

Von Gunter Hofmann

Bonn, im August

Süßsauer lächelt er heute gelegentlich, wenn er wieder mal unter die "Enkel" eingereiht wird. Oskar Lafontaine, der saarländische Ministerpräsident, findet, in seinem Alter sei das Etikett schon einigermaßen spaßig. Jahre vor seinem Abschied vom Parteivorsitz hatte Willy Brandt das Wort für eine Riege junger Sozialdemokraten in einem Spiegel-Gespräch geprägt. Es sollte helfen, den Generationswechsel zu beschleunigen. Die Generation der 55jährigen und 60jährigen, die sich übergangen fühlte, murrte seinerzeit, hielt, aber still.

Fortan richtete sich das öffentliche Augenmerk tatsächlich besonders auf jenen Talentschuppen der SPD, in dem die Enkel bereitstanden. Einigen half es zu bundesweiter Beachtung: Oskar Lafontaine und Heidemarie Wieczorek-Zeul, Gerhard Schröder und Björn Engholm, Rudolf Scharping und Volker Hauff (andere wie Dieter Spöri kamen später hinzu).

Zwei’ von ihnen, Lafontaine und Engholm, haben den Sprung geschafft und regieren in Saarbrücken und in Kiel. Der jüngste Sieger, Björn Engholm, wird derzeit besonders gepriesen. Die Gunstvergabe in den Parteien ist kurzlebig und richtet sich nach dem allerjüngsten Erfolg.

Gerhard Schröder hat in Hannover, wie die Umfragen zeigen, gegen eine zu selbstherrliche CDU gute Chancen bei der nächsten Wahl. Für ihn kommt es eher darauf an, nichts falsch zu machen. Volker Hauff könnte im nächsten Frühjahr den glück- und glanzlosen Frankfurter Oberbürgermeister Wolfram Brück ablösen.