Krise in Polen

ZEIT: Herr Professor Baka, die von Ihrer Regierung verkündete zweite Etappe der Wirtschaftsreform in Polen ist jetzt ein halbes Jahr alt. Erfolge haben sich noch nicht eingestellt, die Kritik in der Öffentlichkeit wird lauter. Was ist falsch gelaufen?

Baka: Ich teile die Kritik, aber die Grundzüge der Wirtschaftsreform in Polen sind nach wie vor richtig: der Abbau bürokratischer Barrieren für die Wirtschaft, die Gleichberechtigung der verschiedenen Wirtschaftsbereiche, die Einführung des Marktmechanismus, die Öffnung gegenüber dem Ausland, die Begrenzung staatlicher Eingriffe. Zur Förderung der Dynamik und der Effektivität der Wirtschaft kann man sich kaum ein besseres Programm vorstellen.

Damit es wirkt, müssen jedoch die Märkte ins Gleichgewicht kommen, sonst degenerieren die neuen Wirtschaftsmechanismen. Bei dieser Wiederherstellung des Marktgleichgewichts und der damit verbundenen Stärkung des Geldes haben wir – konformistisch ausgedrückt – keinen Erfolg gehabt.

ZEIT: Und nicht konformistisch ausgedrückt?

Baka: Die Ziele, die wir uns für das erste Halbjahr 1988 gesteckt haben, wurden nicht erreicht.

ZEIT: Warum?